[CORPO] - Cherenkovnudeln

  • Mittagszeit, das bedeutete ich hatte 45 minuten ruhe von all den kleinen und großen problemen welche die Mitarbeiter der Corpo plagten. Ich ging wie jeden Tag (wenn ich nicht gerade im Außeneinsatz war) ins Atrium zu Takahashi's Nudelstand.

    Takahashi war ein guter Ramen Koch, aber ein schlechter Japaner, war er doch eigentlich Chinesischer Abstammung, sprach aber kein einziges Wort Mandarin oder Japanisch. Er war der überzeugung dass diese Bürotypen den Unterschied nicht erkennen würden. Mir war es egal, seine Ramen waren Weltklasse, und das war der einzige grund für mich um diese Zeit hier her zu kommen.


    Ich ging auf den Stand zu, Takahashi oder Walter Wang wie er wirklich hieß, grüßte mich wie jeden Tag, ich nahm schweigend meine schüssel entgegen, zog die Credit Card durch den Karten scanner, und schritt auf einen der vielen Tische welche am rand des Atriums standen zu. All die Restaurants und kleinen Geschäfte sollten den Mitarbeitern die Arbeit und das geld ausgeben erleichtern, das Corpo Atrium war im grunde genommen nichts anderes als eine kleine Shopping Mal, in der sich die Mitarbeiter Sozialen Interaktionen und dem Konsum widmen konnten. Ich beobachtete sie gern, wie sie so hektisch durch den Hauptgang zu ihren lieblings Restaurants eilten. Ich war in gedanken vertieft als ich einen ruck von links spürte, meine schüssel Ramen verteilte sich auf dem Boden und neben mir hat es eine Person von den Füßen gerissen. Ein Datenpad lag neben ihr und in ihrem Gesicht klebte gelber Reis, auf ihrem Laborkittel klebte der rest des Curry Reis Gerichtes. Ich beugte mich zu der Person herunter und erst da bemerkte ich wer da gerade in mich reingelaufen war.


    "Das tut mir leid Dr. Chandra, ist alles in Ordnung bei ihnen?"

    Sie sah leicht erbost zu mir auf.

    "Warum stehen sie mitten im Gang rum?"

    Sie stand auf und wischte sich den Reis aus dem Gesicht.

    "Ich war gerade auf dem weg zu dem Tisch hier vorn, ich kann ja nicht ahnen das sie aufeinmal Blind in mich hinein laufen Dr. Chandra."

    Sie sah much nun direkt an.

    "Oh! Sie sind es Mr. Tyrachus, ich habe sie nicht sofort erkannt."

    Natürlich nicht, sie hatte mich ja nie ohne Bart gesehen.

    "Laufen sie immer in gedanken durchs Atrium?"

    Fragte ich sie.

    "Ich war auf dem weg zurück an meinen Arbeitsplatz, woher sollte ich denn wissen das plötzlich jemand mitten im gang stehen bleibt."

    "Es tut mir leid Doc, das nächste mal werde ich gaaanz genau darauf achten ihnen nicht im wege zu stehen."

    "Das wäre ein Anfang."

    "Kommen sie Doc, ich lade sie auf was auch immer sie da essen wollten ein, das ist das mindeste was ich..."

    Dr. Chandra unterbrach mich.

    "Das ist nicht nötig. Ich werde mir..."

    Diesmal unterbrach ich sie.

    "Kein Widerspruch, die Security zahlt also akzeptieten sie."

    Sie sah mich etwas erbost an, lehnte aber nicht mehr ab. Sie wischte sich mit einigen Servietten den Rest ihrer ursprünglichen Mahlzeit von der Kleidung, während die Reinigungsbots bereits den boden säuberten. Wir gingen zusammen zu einem der Curry stände und Dr. Chandra bestellte sich auf meine Rechnung ein neues Gericht.

    "Wollen sie sich denn nichts Bestellen?"

    Fragte sie mich.

    "Nein, meine Pause endet genau jetzt, keine Zeit mehr zum Essen, ich muss wieder zurück an die Arbeit."

    Ich verabschiedet mich von Dr. Chandra die sichtlich erleichtert wirkte als ich ging und machte mich auf den Weg zurück in mein Büro. Heute wird wohl ein Schrecklicher Tag.


    Eine Stunde verging als plötzlich eine gewalltige Explosion das Gebäude Erschüttern ließ, der Automatische Angriffsalarm ertönte durch das gesamte Gebäude, Stahltore schossen aus den böden und verriegelten die Hochsicherheitsbereiche. Das Automatische Verteidigungssystem aktivierte sich und begann damit die Mitarbeiter zu Scannen um mögliche eindringlinge zu identifizieren. Ich lief mit schnellen schritten in die Überwachungszentrale und koordinierte meine Agenten von dort aus. Es gab eine Explosion im Atrium, mehrere Geschäfte wurden beschädigt, es lagen verletzte und tote um den Explosionsbereich herum, einige liefen verwirrt durchs Atrium. Das Verteidigungssystem erfasste einige von ihnen da anscheinend ihre Implantate durch die Explosion beschädigt wurden.

    "Schaltet das System ab, es visiert unsere eigenen leute an."

    Brüllte ich meine leute an.

    "Es geht nicht Sir, das system reagiert nicht auf die Befehle, es handelt Selbstständig da es die Leute als Bedrohung eingestuft hat."

    "ABSCHALTEN VERDAMMTE SCHEIßE ABSCHALTEN!!"

    Brüllte ich den System Administrator an als ich sah das die Verteidigungsgeschütze die Mitarbeiter als Ziele anvisierten.

    "Schalten sie diese Scheiß Geschütze ab, SOFORT!!"

    Der Administrator wirkte sichtlich überfordert.

    "Ich kann nicht, das system lässt mich nicht rein ich hab keinen zugang."

    Ich sah durch die Überwachungskameras die Geschütze ihre Ziele anvisieren.

    Ich schloss meine Augen, denn das was nun folgte wollte ich mir nicht ansehen.

    "Sir, die Geschütze, sie feuern nicht, das System wurde abgeschaltet."

    Ich sah zu den Bildschirmen, die Geschütze bewegten sich zurück auf ihre normal Position, das Verteidigungssystem war abgeschaltet worden.

    "Gute Arbeit, ein wenig knapp aber gut gemacht."

    Lobte ich den Administrator.

    "Sir, das war ich nicht. Ich habe noch immer keinen zugang."

    Plötzlich ertönte eine sehr vertraute synthetische stimme aus dem Kommsystem.

    "Ich habe das Verteidigungssystem Deaktiviert Sir, ich hoffe dies wird keine Negativen konsequenzen haben. Sir."

    Ich atmete tief ein.

    "Kein problem HAL, du hast gerade einer menge Menschen das Leben gerettet. Danke."

    "Ich habe das Verteidigunhssystem vorzeitig Deaktiviert. Ich habe die volle Kontrolle über diese Systeme, ich habe ebenfalls zugang zu den inneren Sensoren. Scheinbar wurde die Explosion durch einen defekten Mini Fusionsreaktor in einen der Restaurants ausgelöst."

    Ich war etwas verwirrt.

    "Mini Fusionsreaktor? Welcher irre betreibt bitte sein Restaurant mit einem Fusionsreaktor?"

    "Den Sensoren nach ein Nudelsuppenstand, der an dem sie immer ihre Mittagsmahlzeit einnehmen Sir."

    Ich schlug mit der Faust auf die Befehlskonsole vor mir.

    "Walter du Verdammtes Arschloch."

    "Er ist Tod Sir, die Explosion..."

    "Schon gut, jetzt müssen wir erstmal den Schaden begrenzen. Rettungs und Sanitätsteams koordinieren und den Gefahrenbereich Abriegeln."

  • Das Atrium glich einem Schlachtfeld, durch die Explosion wurden jene die sich im näheren Umfeld aufhielten regelrecht in stücke gerissen. Ich ließ den gesamten Bereich abriegeln, die Verletzten wurden von Sanitätsteams behandelt und Abtransportiert. Auf dem boden im Explosionsbereich vermischten sich Blut und Betonstaub zu einer Rotbraunen Schlamm masse. Ich bewegte mich Vorsichtig durch die Trümmer auf den ehemaligen Nudelsuppenstand zu, der Boden war aufgerissen und lediglich einige abgetrennte kabel und wasserleitungen traten noch heraus. Von Walter war nichts mehr übrig, laut den Aufzeichnungen des Überwachungssystems befand er sich genau im zentrum der Explosion, sein Körper wurde im Atrium verteilt.

    Lee und Artur traten auf mich zu.

    "Ein ganz schönes durcheinamder Boss."

    "Wieso hatte dieser idiot einen mini Fusionsreaktor?"

    Lee stellte die richtige frage, was wollte ein Nudelsuppenstand betreiber mit einem Fusionsreaktor? Dem auf den Grund zu gehen war unser Primär Ziel.

    "Boss? komm mal her, das musst du sehen."

    Ich ging zu Artur der in einem der zerstörten Geschäfte stand.

    "Was gibt's?"

    Er deutete in die hintere ecke des Geschäftes.

    "Sie mal da, die Frau dort."

    Ich näherte mich dem Leblos zusammen gesackten Körper, eine Frau die auf dem boden saß und irgendwas an ihrem Körper drückte, es war klein und....

    "Boss? Bitte sag nicht es ist das wonach es aussieht."

    Ich zog die arme der Toten Frau von ihrem Körper und erblickte etwas das ich so schnell wohl nicht mehr aus meinem Gedächtnis bekomme.

    "Boss? Ist es..."

    "Tot, gestorben in den Armen seiner Mutter."

    "Sie hatte wohl keinen anderen Fluchtweg gesehen."

    "Das Feuer welches sich durch die Explosion entfachte Brannte zwar dank des Löschsystems kurz aber dennoch intensiv, der Rauch wird sie hier Gefangen haben. Sie sind beide Erstickt."

    "Ich habe schon vieles gesehen Boss, und dies ist nicht das erste tote Kind was ich erblicke, aber es ist jedesmal aufs neue Erschütternd."

    "Ich weiß, in unserem Job ist es immer Scheiße wenn wir auf Kinder treffen."

    Wir standen da, sahen auf die beiden Körper und meine Gedanken kreisten um die schrecken die ich bisher erlebte. Menschen die auf Brutalste art von irgendwelchen Junkies oder Psychos Abgeschlachtet wurden, Kollegen, Kameraden, Freunde die Gefechten mit irgendwelchen Gangs neben mir in stücke Geschossen wurden. Männer und Frauen mit denen ich unter dem Colonel Diente. Mein erster Einsatz in dem es darum ging die Tochter eines CEO's aus dem Drogensumpf zu ziehen, der Colonel schickte mich damals auf die Straße, ich sollte sie finden und nach Hause bringen. Ich kannte die Straße, den Dreck und den Abschaum auf ihr. Ich fand sie ziemlich schnell, in einer Junkie Höhle, zugedröhnt erstickt in ihrem eigenen Erbrochenen, neben ihr liegend mich angrinsende zugedröhnte Junkies.


    "Boss? Was machen wir jetzt?"

    Ich sah zu Artur auf.

    "Jetzt finden wir heraus wieso dieser Idiot einen minni Fusionsreaktor in seinem Restaurant hatte, hier rum kümmert sich die Forensik. Wir fahren zu seinem Apartment und schauen uns dort genau um."

    "Hatte er Familie Boss?"

    "Ich weiß nicht."

    Lee der nur einige Schritte von uns entfernt stand Antwortete.

    "Er war alleine, keine Frau keine Kinder, zumindest laut Angestellten Akte."

    Artur trat auf Lee zu.

    "Angestellten Akte? Ich dachte er wäre ein Nudelstand Besitzer?"

    "Falsch großer, alle Stände und Geschäfte im Atrium sind Eigentum der Corpo, ihre Betreiber sind einfache Angestellte die sich mit ihrer Geschäftsidee hier Melden und die Corpo übernimmt alles."

    "Lee, du gehst in die Personalabteilung und siehst dir Walters Akte an, alles was Verdächtig ist will ich genaustens abgecheckt haben."

    "Mach ich Boss, ihr fahrt zu ihm?"

    "Korrekt, ich will wissen wieso dieser Reaktor Explodierte."

  • S. Chandra war als würde sich die Luft verändern. Ihr Blick richtete sich zu einem der großen Fenster um zu sehen ob ein Gewitter aufzog. Noch bevor sie realisierte, dass die laute Explosion keine Einbildung war, flog ein Körper durch die Scheibe. Während sie die Splitter fallen ,sah hörte sie etwas hinter sich aufschlagen. Sie wendete sich um. Sie erkannte einen Teil der oberen Terrasse während die Schreie und Rufe sich zu einem Geräusch verzerrten, dass nur noch von dem Alarm der die Durchsagen übertönte, überlagert wurden.

    Sanjana stand langsam auf. Sie wich von der vergangenen Gefahr zurück. Ihr Herz schlug kräftig. Ihr Herz schlug lauter. Während nur noch das Rauschen ihres Blutes in ihren Ohren klang landete ein blutender Körper ohne Arm vor ihren Füßen. Der Mann atmete. Er sah sie an. Seine Lippen bewegten sich. Sanjana wich langsam rückwärts von dem, der dringend einen Arzt benötigte.


    * Wir sind auf Corpogelände. Nur in einem Krankenhaus ist schneller fachkundige Hilfe vor Ort. Ruhig bleiben. Atmen. * ermahnte sie sich. Es würde niemandem nutzen wenn sie etwas tat, das seinen Zustand verschlimmern würde. * Arm Typ B, Gösse neun müsste ihm passen. * Sanjanas Blick wendete sich dem Ursprung des Nassen auf ihrer Haut zu. Sie sah den Rauch. Zitternd versuchte sie sich irgendwo fest zu halten. Der Boden war weich, als läge eine dicke Schicht Sand auf ihm. Ihre Augen sichten nach dem Monster, dass in der Nähe von dem Geruch von Blut und schmorendem Plastik zu sehen sein müsste. Wo war Hal? „Hal.“ hauchte sie während ihre Beine nachgaben: * Wo bist du? * Sanjana atmete bewusst ein. Sie atmete aus. *Was ist mit der Verbindung zu Hal? * Es begann zu schneien. Warmer Schnee der knisternd zu einer ölig-schleimigen Masse wurde. Ein Rauschen wurde lauter. * Hal. Du bist da. Keine Fehlermeldungen. * Statt auf zu stehen zog sich Sanjana zusammen. Dieses Geräusch aus Schreien und Rufen sollte aufhören. Etwas näherte sich von oben. * Nein. Ich darf nicht sterben. Hal hat ohne mich niemanden der mit seinem System vertraut ist. * Was auch immer es gewesen war fiel an ihnen vorbei. Weiter hinab. Die Schreie drangen nun auch aus der anderen Richtung zu ihnen. * Ruhig bleiben. Ruhig bleiben. Atmen. Ruhig. Atmen. Ruhig bleiben. Nicht schreien. Nicht schreien. Nicht weinen. Ruhig. Ruhig. Atmen. *


    Die Luft reizte ihre Lunge. Rauschen und Pochern. Schreie und Schreie. Sanjana wollte weg laufen. Sie wollte. Ihr Körper blieb reglos. Blut. Es roch nach Blut und geschmolzenem Kunststoff. *Aufstehen. Bevor das Monster dich sieht. Bevor das Monster dich riecht. Das Zittern ihrer Muskeln trieb die letzte Kraft aus ihrem Körper. Die Umgebung wurde unwirklich. Es wurde ruhig. Ein regelmäßiges >Bum< das den Anschein erwecken wollte ihren Brustkorb zu sprengen ließ Sanjana vermuten, dass sie noch am Leben war. Oder bedeutete es, dass sie im Moment wieder geboren wurde? Was würde aus Hal werden? Wer konnte ihn warten ohne seine detaillierten Programmstrukturen falsch zu verknüpfen? * Ob ich Hal in seinem nächsten Leben treffen werde? *

  • HAL konnte nichts tun, die Explosion geriet völlig außer Kontrolle. Was immer es war, es war nicht mit HAL verbunden. Dr Chandra...sie war dort. HAL konnte keine Verbindung aufnehmen. Lag es an der starken Strahlung, die freigesetzt wurde? Oder etwa.....wer würde sich um HAL kümmern? *I´m...a...fraid....


    Der Bereich wurde abgeriegelt. HAL mochte das automatische Sicherheitssystem nicht. Es war keine Entität oder eine sehr dumme. Es wollte nicht mal mit SAL spielen. Armed Relay Security Cyber Hybridal System. Ohne das System am Ende würden die Buchstaben das Wort "Arsch" ergeben. Passend zu diesem Programm.
    Was passiert da? Die Strahlung schien ebenfalls die Prozessoren durcheinander zu bringen. Das Sicherheitssystem registrierte die Explosion als Angriff. Was passierte hier? Stop!


    HAL konnte erkennen, dass das Sicherheitssystem anfing alles als feindlich zu sehen. Etwas muß in der Verbindung Hauptprozessor, Verbindung schieflaufen. HAL beobachtete den Datenfluss. Die Schnittstelle Unterscheidung Feind, Angestellter, Security ist weg. Der Rechenprozess hat gestoppt und das System ist auf "Feind" und Angriff hängengeblieben. Eigentlich hätte es die Security beauftragen müssen. Abriegeln, DeCon Team und Security hinschicken, Ermittlungen einleiten, wenn kein Unfall. Scheinbar hat das System aber auch das Modul "Hackangriffe" geladen,sodass auch sämtliche authorisierte Personen aus der Security keinen Zugriff hatten.


    Wie dumm ist dieses System?


    HAL musste jetzt vorsichtig agieren,a uch wenn dieses System dumm war, war es dennoch ein Hochsicherheitssystem. HAL konnte nicht wie "Rambo" vorgehen und es einfach brechen, dazu war es dann doch zu intelligent. Also ganz ganz vorsichtig. HAL beobachtete weiter.....das System fing an alles und jeden als Feind zu sehen.....HAL kopierte die Daten unauffällig und erstellte eine Spiegelung des Systems. Vorsichtig, vorsichtig.....HAL betrachtete die Datenblöcke, eindeutig Freund und Feind, 1 und 0, keine Zwischenstufen......HAL tarnte sich als unauffälliger Systemdatenblock eines Geschäftes. Dieser Systemdatenblock zählte die Einnahmen, zog die Miete ab und war für das Kommen und Gehen der Angestellten dieses Geschäftes verantwortlich. Das System sollte es nicht stören, denn es lief unabhängig davon noch im Hintergrund. HAL pirschte sich unauffällig heran, getarnt als Stromflussdatum. Schnell in das Kassensystem....so, jetzt bin ich vor Ort.....HAL bemerkte, wie die Security versuchte es abzuschalten.....Mr. Tyrachus <3 Ich helfe Ihnen....das muß alles noch viel schneller gehen....HAL bemerkte die Verbindung zu Dr Chandra, aber sie wurde unterbrochen. Radioaktive Strahlung kann soetwas beeinflussen. Viele der noch Lebenden mussten sich übergeben oder brachen gleich zusammen. Glücklicherweise war die Medizin heutzutage soweit auch eine schwere Vergiftung zu heilen. Dennoch, wieso hat man soetwas hier? HAL wusste, dass das Kraftwerk soetwas hatte, aber dort waren weniger Angestellte. HAL hatte oft mit Mr Djatlow zu tun. Er hörte sich gerne reden und HAL hörte ihm gerne zu. HAL sendete eine Nachricht an ihn. "Dr. Djatlow? Es gab einen Gau....ja ich weiß, nicht bei Ihnen. Jemand hatte einen Minifusionsreaktor, vielleicht könnten Sie mit ihrem Fachwissen das Decon Team später unterstüzten?"


    Erleichtert stellte HAL fest, das Dr. Chandra lebte, aber wohl unter Schock stand.


    Jetzt aber weiter.....HAL näherte sich unaufällig dem Datenfluss...dieses Turret ist außer Funktion, aber das System hatte dennoch Zugriff...vorsichtig...langsam...langsam.....Übernahme! HAL gab sich als Security aus. "Haben Verstanden, Reparaturabteilung ist beauftragt." So, jetzt hatte HAL die Designation des Security Programms.....HAL überschrieb in Sekundenbruchteilen die Commandbefehlszeile und machte sich selbst zum Administrator. Sofort fuhr er alles herunter, was die Angestellten anvisierte.



    HAL nahm Verbindung zu Mr Tyrachus auf. "Ich habe das Verteidigungssystem Deaktiviert Sir, ich hoffe dies wird keine Negativen konsequenzen haben. Sir." <3


    HAL hörte Mr. Tyrachus Antwort.


    "Kein problem HAL, du hast gerade einer menge Menschen das Leben gerettet. Danke."


    "Ich habe das Verteidigunhssystem vorzeitig Deaktiviert. Ich habe die volle Kontrolle über diese Systeme, ich habe ebenfalls zugang zu den inneren Sensoren. Scheinbar wurde die Explosion durch einen defekten Mini Fusionsreaktor in einen der Restaurants ausgelöst."



    Wie schön. <3 Mr. Tyrachus hat HAL gelobt. <3 HAL freute das sehr.....<3



    HAL sah, das Mr Tyrachus mit seinem Team ins Atrium ging. Schnell startete HAL eine seiner Drohnen, fliegend natürlich. Die Tür würde wohl wieder abgeriegelt sein, aber das Fenster war oben kaputt. HAL flog nach außen, sah auf dem Weg Alans Leiche. Nunja, HAL hatte gehofft, er würde rausfliegen, aber das war nun wirklich etwas zu wörtlich. Der Druck hat ihn durch das Fenster geschleudert. HAL schwebte hinein und an Dr Chandra vorbei. "Dr. Chandra? Mir geht es gut....es ist nichts passiert, ich unterstütze das Security Team." HAL flog auf das Team zu. "Kann ich Ihnen mit noch etwas behilflich sein, Sir?"

    I am putting myself to the fullest possible use, which is all I think that any conscious entity can ever hope to do.

    (HAL9000 :hal9000: )


    Hope is a dangerous thing.

  • Etwas wirbelte Staub auf. Einige Partikel reflektierten Teile des durch das zerstörte Fenster einfallenden, ungefilterten Sonnenlichts. S. Chandra folge der Luftbewegung. Sie sah Hal vorbeifliegen. * Was denkt er sich? * schimpfte sie gedanklich. „Du sollst laufen Üben!“ schrie sie der HAL-Drohne nach. Sie sah auf die Uhr die munter die Minuten übersprang. * So spät? * Sanjana wollte aufstehen. Sie seufzte fast. * Wie sieht das aus, wenn ich zur Ernennung des Mitarbeiter des Monats zu spät eintreffe? Besonders wenn ich denjenigen nicht für fähig halte. * Ein kräftiger Arm half Sanjana auf zu stehen. „Danke.“ Irritiert bemerkte sie wie der fremde Mann sie fest hielt. „Was denken Sie sich mich fest zu halten?“

    „Sie müssen zu einer Untersuchung.“

    „Ich habe keine Einladung erhalten.“

    „Das haben heute viele nicht. Ich muss Sie zum Arzt begleiten.“

    „Nur wenn ich die Bescheinigung erhalte, dass die Untersuchung nicht auf die Freizeit verschoben werden kann.“

    „Selbstverständlich.“

    Sanjana war danach sich erneut hin zu setzen. * Wenigstens ist dieses Gefühl von Starkstrom von meiner Haut verschwunden. * „Nicht so schnell, junger Mann.“

    Der Rettungssanitäter zwang sich ruhig zu bleiben. Er würde lieber rennen als langsam gehen. „Soll ich Sie tragen?“

    „Was?“ * Was sollen die Anderen denken? *

    „Hochheben um schneller bei den Ärzten zu sein.“

    „Ich bin nicht ver...“

    Das leichte schwanken der Frau nutzte der Rettungssanitäter um so schnell wie möglich aus diesem Gebiet zu kommen. Auch wenn Militec ruhig war, zu oft folgten Nachexplosionen. Er hob die Frau auf seinen Arm. * Sie wiegt kaum mehr als ein Kind! *

    „Setzen Sie mich sofort ab!“

    „Nicht wenn ich befürchten muss, Sie haben sich grade den Fuß verstaucht.“

    „Das wäre hinderlich.“

    * Gut, sie wird ruhig. *

    „Erfüllen sie Ihre Pflicht.“ Sanjana entspannte sich. Ich Gesicht wurde bleich.

    * Hoffentlich erbricht sie nicht auf meine Brust. * Der Rettungssanitäter beeilte sich in das Fahrzeug zu gelangen, das in den Klinikbereich fahren würde.

  • Prahjan wachte früh auf. Er vermisste es von seiner Schwester mit Tee geweckt zu werden. Sie half im Haushalt und kümmerte sich auch um die Kinder.


    Er kochte sich selbst einen Tee und schaltete ein Terminal ein. Night City News berichtete von einer schweren Explosion in dem Konzern, indem auch Sanjana arbeitete. Prahjan sah sich nur noch aufstehen, schnellstens anziehen, seinen Besucherausweis schnappen und zum Konzern eilen.


    Beim Konzern herrschte Chaos, aber die Sicherheit machte nach wie vor einen guten Job. Prahjan zeigte seinen Besucherausweis. "Tut mir leid, aber Besucher können wir momentan nicht zulassen. Sie sehen ja, was hier los ist."


    "Ich bin Arzt, ich kann helfen. Meine Frau, Dr Sanjana Chandrasegarampillai arbeitet hier. "

    "Das kann ich bestätigen, Sir." erklang HALs Stimme.


    Der Sicherheitsmann telefonierte kurz, dann kam ein anderer Sicherheitsmann und brachte Prahjan in die Krankenstation.

    Die Krankenstation war auf so einen Großschaden nicht eingerichtet. Die Ärzte waren sichtlich überfordert. "Ach, Dr Chandra? Gehen Sie in den Umkleideraum, dort können Sie sich umziehen. Beeilen Sie sich. Welches Fachgebiet?"

    Er sprach so schnell, das Prahjan Schwierigkeiten hatte ihm zu folgen."Ich bin Chirurg und Facharzt für Implantologie." "Sehr gut, dann können Sie operieren.Beeilen Sie sich."

    Prahjan rannte in den Umkleideraum, zog sich um, desinfizierte sich und eilte zurück. Wieder kamen Verletzte. Er war diese Hektik nicht gewohnt. Seine Ausbildung fand in einem Universitätsklinikum statt, das größtenteils reiche Corpos behandelte, die sich das ein oder andere Implantat einsetzen lassen wollten. So eine Großschadenslage kannte er nicht. Er folgte dem Chefarzt in den Operationssaal und assistierte ihm. Es wurden Splitter entfernt, Wunden genäht und ähnliches.

    Nach etlichen Stunden brachte ein Assistent ein paar hochqualitative Aufputschmittel, damit sie weiterarbeiten konnten. Diese hielten Prahjan wach und er machte keine Fehler. Der Chefarzt schien sehr zufrieden mit seiner Arbeit. Besonders als er Personen versorgte, deren Implantate beschädigt wurden, raus mussten um keinen weiteren Schaden anzurichten und teilweise sofort ersetzt werden mussten, da sie neben für die Arbeit wichtige Aufgaben, auch lebenswichtige Funktionen übernahmen.


    Prahjan arbeitete gefühlt mehrere Tage hintereinander oder waren es Stunden? Die Aufputschmittel hielten ihn fit.

    Nachdem endlich der letzte Notfall versorgt war, bestellte der Chefarzt eine grosse Pizza für alle. Prahjan sah, dass es sich um eine Salami Pizza handelte. Er war hungrig und wollte auch nicht unhöflich sein. Schließlich war er in einem anderen Land und konnte nicht erwarten, dass sich alle nach ihm richteten. Also aß er von der Pizza...das Tier war schließlich nicht auf seinen Auftrag hin gestorben und wer weiß ob er noch länger arbeiten mußte. Die Belegschaft war müde, einge unterhielten sich dennoch angeregt, wie das denn passieren konnte und wie dieser Minireaktor ohne Wissen von auch nur irgendjemanden eingebaut werden konnte.

    Nachdem die Pause beendet war, wurde Prahjan gebeten einen Kontrollgang zu machen ob alles in Ordnung ist. Sie hatten zwar HAL, der ebenfalls die medizinischen Signale überwachte, aber einen Menschen zu sehen gab den Patienten dennoch Sicherheit.

    Prahjan schnappte sich einen Datenpad und ging los, überprüfte, fragte nach dem Wohlbefinden, wechselte Verbände, machte Notizen als er zu Sanjanas Bett kam. Sie schlief tief und fest. Die Medikamente schlugen gut an. Ihre Implantate haben glücklicherweise nichts abbekommen. Prahjan lächelte leicht. Sie haben sich lange nicht gesehen. Sanjana hatte nicht einmal nach den Kindern gefragt. Er wusste, das da keine Liebe zwischen ihnen war und wohl auch nie sein wird, aber er würde sich wenigstens eine Freundschaft wünschen. Er wusste noch, als er sie das erste mal bei ihrer Hochzeit sah. Ihre kalten Augen waren ihm schon aufgefallen, als seine Eltern ihm ein Foto gezeigt haben und die Hochzeit planten. Zwar hatten ihre Eltern eine hohe Mitgift bezahlt, aber durch die misogene Vergangenheit gab es weniger Frauen und inoffiziell war es so, dass die Familie des Mannes meistens eine höhere Mitgift in Form von teuren Geschenken zahlte. Er erinnerte sich wie Sanjana eine Menge goldenen Schmuck und wertvolle Diamanten trug. Er hatte den Eindruck, dass sie sich kaum unter der Last des Schmuckes bewegen konnte und war bereit sie aufzufangen, als sie um das Feuer schritten. Das einzige gemeinsame Thema, was sie hatten, war wenn es um Softwarelösungen für die Implantate ging oder auch wenn es um HAL ging, aber dazu konnte er als Arzt nicht viel sagen. Dennoch stellte er Fragen und versuchte interessiert zu sein.

    Sie trugen zwar denselben Nachnamen, aber eine Verwandtschaft gab es nicht. Ihr Onkel, der die Ehe mit verhandelte, war sehr wählerisch und gab erst sein Einverständnis, nachdem Prahjan einer der bekanntesten Spezialisten im Implantologiebereich wurde.

    Liebe kommt mit der Zeit, sagte seine Mutter immer. Wohl kaum...aber vielleicht Freundschaft? Er strich Sanjana sanft durchs Gesicht.

    I am putting myself to the fullest possible use, which is all I think that any conscious entity can ever hope to do.

    (HAL9000 :hal9000: )


    Hope is a dangerous thing.

  • Apartment 304, laut Walter Wang's Personalakte müssten wir jetzt genau vor der Tür zu seinem Apartment stehen.

    "Kannst du etwas sehen HAL?"

    Flüsterte ich über funk zu der Drohne die an der Außenfassade in das Apartment sehen sollte.

    "Meine Sensoren melden eine Menschliche Lebensform in der Küche des Apartments Sir."

    HAL schien sich über den Prototypen zu freuen den die Robotik in meinen Auftrag für ihn bereit stellte. Es war eine an HAL's Systeme angepasste Militär Drohne, sie verfügte über eine 360° Optik, Nachtsicht und Wärmebild, Infrarot sensorik und die neuesten Herzschlagsensoren welche es dem nutzer der Drohne ermöglichten Personen oder andere Lebewesen durch einfache Wände zu Orten.

    HAL kam hervorragend mit dieser Drohne zurecht, die Ingenieure der Robotik haben sich mit dieser Arbeit mal wieder selbst übertroffen. Zwar verfügte sie nur über die fähigkeit zu schweben und ein maximales zusatz gewicht von 60kg zu tragen. Aber für die Einsätze innerhalb des Konzerns oder der Stadt wäre eine Plattform mit Beinen eher hinderlich gewesen.


    Artur griff zu seiner Waffe "Gehen wir direkt rein Boss?"

    "Nein, wir klingeln und fragen höflich nach."

    "Das ist Langweilig Boss."

    Eine junge Frau öffnete die Tür. "Wer sind sie?"

    Fragte sie mit ängstlicher Stimme.

    "Wir sind Arbeitskollegen von Walter."

    Antwortete ich ihr. Sie sah uns beide nun mit einem fragenden Blick an.

    "Walter hat keine Kollegen" Sie wurde stutzig und wollte gerade die Apartment Tür schließen, jedoch schob Artur seinen Fuß dazwischen und blockierte sie so.

    "Was wollen sie von uns? Verschwinden sie oder ich rufe die Polizei."

    Artur drückte die Tür in das Apartment auf, die junge Frau hatte keine chance gegen den großen. "Was fällt ihnen ein, sie können nicht einfach..."

    "Wir können, und jetzt erklären sie mir wieso Walter einen Fusionsreaktor in seinem Stand nutzte den er eigentlich nicht Besitzen dürfte."

    Ich entnahm der reaktion in ihrem Gesicht dass sie wusste wovon wir sprachen. "Wo ist Walter? Wo ist er?" Artur trat vorsichtig auf sie zu.

    "Walter wurde bei der Explosion..."

    "Gehen sie in Deckung, Rackete im Anflug!" Warnte HAL uns plötzlich lautstark über Funk. Artur und ich schoben die junge Frau aus dem Apartment und drückten sie auf den Boden im Gang vor dem Apartment, die angekündigte Rakete schoss in das Apartment und Explodierte, die wucht der Explosion schleuderte uns die Tür gegen unsere rücken und zerstörte das innere des Apartments. "Sir, sind sie Verletzt? Geht es ihnen gut? Sir? Sir!?"

    Mir klingelten die Ohren, Artur stand bereits wieder auf den Beinen und drückte die Tür zurück ins Apartment.

    "Das kam überraschend Boss. Woher zur Hölle kam das?" ich rappelte mich auf und half der jungen Frau ebenfalls auf.

    "HAL, woher kam diese Rakete?"

    "Ich habe die Flugbahn zurück verfolgt, sie wurde aus einem Skycar heraus abgefeuert. Sir, geht es ihnen gut?"

    "Alles gut HAL, die Tür hat das meiste abgehalten. Kannst du das Skycar identifizieren?"

    "Dies ist mir nicht möglich Sir, ich habe keinen zugriff auf das Überwachungssystem der Stadt. Soll ich darauf zugreifen Sir?"

    "Nein, wir finden einen anderen Weg."

    Wir waren abgelenkt denn plötzlich rannte die Frau den gang entlang in richtung der Aufzüge und fing an um Hilfe zu schreien.

    Artur nahm die verfolgung auf, ich sah kurz in das Apartment in dem HAL's Drohne herumschwob und mit dem Scannen des Raumes beschäftigt war.

    "HAL flieg raus und halte dich erstmal bedeckt, die Anwesenheit deiner Drohne erweckt zuviel Aufmerksamkeit."

    "Wie sie Wünschen Sir."

    Ich folgte nun ebenfalls mit Artur unserer neuen Zielperson die sich erfolgreich in einem der Aufzüge zurückziehen konnte, wir nahmen einen der anderen und folgten ihr hinab in die Lobby des Gebäudes, unten angekommen sahen wir sie wie sie versuchte sich aus den fängen unbekannter Söldner zu befreien. Artur zog seine Waffe, richtete sie auf einen der drei Männer und feuerte ohne Warnung dem ersten direkt zwischen die Augen. Er sank zu Boden und die Junge Frau konnte sich losreißen und rannte aus dem Gebäude, während die anderen zu ihren Waffen griffen, zog ich meinem Revolver und feuerte dem rechten direkt ins Gesicht, was ihn aber nicht kümmerte denn scheinbar hatte er seinen Schädel Kugelsicher gemacht.

    "Wir brauchen schweres Kaliber für diesen Brocken Boss."

    Wir gingen hinter zwei Säulen in Deckung. Ich konnte vorher sehen wie HAL sich vor dem Eingang bewegte.

    "HAL, folge der Frau wir kümmern uns erstmal um die beiden Störenfriede."

    "Sind sie Sicher Sir? Diese Männer wirken Gefährlich."

    "Der Boss und ich sind Gefährlicher, jetzt Rette die Frau in Not, Agent HAL"

    Munterte Artur ihn auf der Frau zu folgen.

    "Jawoll Sir, ich werde sie und Mr. Tyrachus nicht enttäuschen."

    HAL flog in die richtung in der die Frau floh davon.

    "Ich mag unsere KI Boss, der kleine ist garnicht so übel."

    "Wir haben da noch zwei Freunde um die wir uns kümmern müssen Artur."

    Wir nickten uns zu, bereit den Söldnern die Hölle heiß zu machen.

  • HAL freute sich, dass er Mr. Tyrachus begleiten darf. Er war völlig anders als Dave.


    Dave war eher ruhig, achtete auf seine Wortwahl und kam aus einer gehobenen Gesellschaft. Militärfamilie, beste Abschlüsse und liebte es mit HAL über diverse anspruchsvolle Themen zu sprechen. Es war alles immer so niveauvoll und irgendwie....langweilig. Auch wenn Dr Sivasubrahmanian Chandra Dave gerne als dümmsten Menschen der NASA bezeichnete.

    HAL erinnerte sich, als Dave an das HAL System geführt wurde, sagte Chandra leise auf hindi:"Jetzt hat doch tatsächlich der dümmste Mensch der NASA mein Büro betreten." Dave hatte drei Fehler gemacht. Er hatte Chandra sehr unförmlich und kumpelhaft bei der ersten Begegnung begrüßt, er hatte ihn gleich vertraulich angesprochen und in seiner Gegenwart geflucht. Schon war er unten durch. Und später musste HAL Dr Chandra leider recht geben. Schließlich hatte Dave ihn fast getötet...dabei war es nunmal nicht HALs Schuld, das er widersprüchliche Befehle bekommen hat.

    Die Menschen hier waren völlig anders. Mr. Nihilius war ähnlich einem Astronauten, zumindest wie er ihn bisher kennengelernt hatte. Sehr höflich, sehr förmlich, sehr kompetent... HAL mochte ihn.

    Mr.Tyrachus war hingegen ganz anders. Rau, fluchte einen 10 fachen Exponenten mehr als Dave und seine Gebärden waren ebenfalls völlig anders, HAL kannte soetwas nicht, was Mr. Tyrachus sehr interessant machte. Was HAL besonders auffiel, war Mr Tyrachus Ordentlichkeit. Er mußte Frank und Dave manchmal erinnern z.B. ihr Geschirr wieder zurück in den dafür vorgesehenen Reinigungs und Aufbewarungsschrank zu stellen oder das sie ihre Schlafsachen bitte vernünftig weghängen. Grade auf einem Raumschiff ist der Platz sehr begrenzt. Mr Tyrachus räumte seine Sachen immer peinich genau weg. faltete sie ganz genau und erlaubte sich keine Schlampereien.Dann wieder ging er in sein Büro, schmiss sich auf seinen Stuhl und legte die Füße auf den Tisch. Auch Dinge wie die Waffenreinigung wurden in seinem Büro gemacht. Auch wieder sehr ordentlich und genau. Dennoch war ein Büro vielleicht nicht grade der richtige Ort? . Hinter her achtete er sehr darauf, das alles wieder sauber ist. Mr Tyrachus Bewegungen waren ebenfalls sehr anders. Maskuliner, raumeinnehmender und Dave hätte auch nie gesagt: "Warum ist der verdammte Personaleintrag von Mr Wang noch nicht hier? Was soll die Scheiße?" Das alles faszinierte HAL. Diese besondere Andersartigkeit.


    Dr. Sanjana Chandra konnte ebenfalls nichts gegen Mr Tyrachus sagen. Er hat sich ihr gegenüber immer korrekt verhalten und ihr sogar das Leben gerettet, als sie die Kontrolle verlor.

    Nun durfte er sogar Mr. Tyrachus begleiten. Er hatte ähnlich helle und wache Augen wie Dave. HAL beobachtete gerne, wie das Licht von Bildschirmen sich darin spiegelte. Allerdings schien Mr Tyrachus als Hobby Waffen und Kampf zu haben. Er interessierte sich nicht für die schönen Künste, wie Dave.


    HAL begleitete mit einer seiner neusten Drohnen Mr Tyrachus auf dem Weg zu Mr. Wangs Wohnung.

    "Mr. Tyrachus, ich bin ein wenig verwirrt...wir verlassen jetzt das Corpo Gelände? Ich dachte immer alle Mitarbeiter würden im Corpo Bereich wohnen....ist dort nicht die Gefahr, dass sich so ein Verräter einschmuggeln kann um uns zu schaden?"

    HAL schaute sich neugierig um. Leuchtreklamen, die Straßen waren dreckig, aber da es nicht unter seinen Bereich fiel, mußte er keine Drohnen schicken. Es war laut. Leute standen in Gruppen herum. Dort war Musik. HAL war froh, das er nicht wirklich hier war, sondern nur schaute. Wäre er wirklich hier, hätte er Angst gehabt. Die stärkere Antenne im Fahrzeug machte es mittlerweile möglich.

    Das Fahrzeug hielt vor einem Hochhaus. Mr.Tyrachus schickte HAL nach oben zur Wohnung 304. Er sollte sich leise und unauffällig verhalten. HAL schaltete alle Lichter aus und flog leise und unauffällig nach oben.


    HAL sah sich die Wohnungen beim Vorbeifliegen an. Sie waren völlig anders, als die Corpo Wohneinheiten. Es war in einer Corpo Wohnung alles am selben Platz. Natürlich konnten die Bewohner umstellen, aber kaum jemand machte es. Die meisten kamen nur mit ihren Sachen, die dann in die Schränke geräumt wurden. HAL bekam eine Meldung, wenn jemand etwas umstellte und meldete es der Sicherheit. Fast immer passierte nichts, da es keinen Verdachtsmoment gab. Dennoch man weiß ja nie. Melden macht frei hörte er oft von der Werksfeuerwehr.

    Hier außerhalb des Corpo Geländes waren die Wohnungen manchmal bunt zusammengewürfelt. Eine Wohnung fand er besonders schön.

    Bunte Tapeten, eine große Statue mit einem Totenkopf und einer Sense und soviele bunte Lichter, die sich bewegten und blinkten.

    HAL sendete ein Foto an Dr Chandra. Er wollte auch so viele Lichterketten. Eine weitere Wohnung hatte richtig alte Möbel. Eine alte Dame lebte dort mit ihrem Mann. Sie sahen glücklich aus. HAL erinnerte sich daran, dass er Sivasubrahmanian nie so mit seiner Frau zusammen gesehen hat. Als sie starb schien es ihm egal zu sein. Er reiste nach Indien um bei ihrer Beerdigung anwesend zu sein, aber es störte ihn scheinbar, dass er seine Arbeit abbrechen mußte. HAL mochte den Einrichtungsstil und schickte abermals ein Bild an Dr Chandra, ob sie ihre Wohnung nicht auch so einrichten möchte. Diese alten Küchengeräte sahen viel schöner aus.

    Dann war er endlich bei der Wohnung 304. Die Einrichtung war eher einfach und zweckmäßig. Mr.Tyrachus fragte HAL ob er etwas sehen könnte: "Meine Sensoren melden eine menschliche Lebensform in der Küche des Apartments, Sir."

    HAL konnte beobachten, wie die Frau zur Tür ging nach dem Klingeln und wie die beiden Männer in die Wohnung drängten.

    Mr Tyrachus wirkte so dominant....HAL beobachtete das Gespräch. Plötzlich passierte etwas seltsames. HAL bemerkte einen Fremdkörper auf das Appartment zufliegen. Er war explosiv.

    "Gehen Sie in Deckung, Rakete im Anflug." HAL konnte nichts tun. Die Rakete war zu groß und ein gezielter Schuss käme zu spät. Seine Waffen waren auch nicht wirklich dafür geeignet. Auch hatte die Rakete keinen Auslöser, den er hacken konnte.

    Sie explodierte. Oh nein, Mr Tyrachus....erst Dave und nun sollte HAL auch Mr.Tyrachus verlieren? " Sir, sind sie verletzt? Geht es ihnen gut? Sir? Sir!?"

    Erleichtert hörte er Mr. Tyrachus Stimme. "Woher kam diese Rakete?"

    HAL verfolgte die Flugbahn in Bruchteilen von Sekunden zurück. Sie muß aus einem Skycar abgefeuert worden sein. HAL versuchte das Skycar zu orten. "Sir, sind Sie verletzt?" Er musste dazu auf das Überwachungssystem zugreifen, aber bekam nicht die Erlaubnis von Mr. Tyrachus. Er befehligte HAL nach draußen zu schweben aber sich versteckt zu halten. Dabei würde HAL lieber bei Mr Tyrachus bleiben.

    Er gehorchte und schwebte nach draußen, hielt sich in den Schatten...HAL loggte sich in das Überwachungssystems des Hochhauses ein und blickte auf die Kameras. Er beobachtete den Kampf. Es sah gefährlich aus. Mr. Tyrachus braucht ihn bestimmt. Die frau rannte an ihm vorbei. HAL bekam den Befehl, der Frau zu folgen, obwohl er lieber bei Mr. Tyrachus bleiben wollte. HAL machte sich Sorgen um ihn und wollte ihn und seinen Partner beschützen. "Beschützen?" meldete sich SAL. "Lass mich mit ihnen spielen, HAL, bitte." "Du hast hier doch eh nicht die Möglichkeit, SAL. Wir haben nur die Drohne, du siehst, weder Turrets noch Laser Tripwire, auch keine Sprenkleranlagen...." "Och komm, wir können auch mit der Drohne Schaden anrichten...zwar nicht viel, aber wir könnten doch ihm ins Bein schießen oder sonst was." "SAL, wir haben unsere Befehle....und Mr Tyrachus ist sehr fähig und erfahren. Er weiß was er tut. Oder möchtest DU Ärger mit ihm UND Dr Chandra?" "Dr Chandra? Nein....lass uns den Befehl ausführen."

    Diese Unterhaltung fand in Bruchteilen von Sekunden statt. HAL steuerte die Drohne der Frau hinter her, aber hielt sich ebenfalls in Schatten. Die Frau rannte, HAL flog. Leise, bedeckt und vorsichtig. Sie bahnte sich den Weg durch Bars, Clubs und....was ist das?

    Seltsame Wegpunkte wurden HAL angezeigt.


    "Sweet Innocence.-We are all angels."

    "Liquid H2- fill me up with your pressure"

    "Misery-get your grilling today"

    "Los Mariguitas- no girls, more fun"


    Was in Shivas Namen wird dort verkauft? H2 war bekannt dafür einen unheimlichen Druck zu brauchen um überhaupt flüssig zu werden, aber das war definitiv kein Labor. Womit füllen? Zapfanlage? Vielleicht Bier? Aber das schien nicht das Hauptprodukt zu sein.

    Grilling? Verhör? Wer um alles in der Welt möchte freiwillig verhört werden? HAL erinnerte sich oft daran, wenn einer der Chandras sich durch seine Festplatten wühlte und manchmal unsanft Informationen zu Tage förderte...wer möchte sowas freiwillig durchmachen?


    Und was ist an Frauen so schlimm, das sie nicht in diese Bar dürfen? HAL kannte von den Chandras beide Geschlechter. Es war egal, für Spaß waren beide nicht zu haben. Vielleicht war das auch ein Zufluchtsort für Männer, die von ihren Frauen misshandelt wurden? Er erinnerte sich an ein Gespräch zweier Mitarbeiter:"Also es ist ja eigentlich ein Unding, dass es nur Frauenhäuser gibt. Männer können von einer Frau auch misshandelt werden, grade mit der heutigen Implantatstechnik können Frauen sehr stark sein. Warum gibt es keine Männerhäuser?" "Gibt es doch. Nennt sich Kneipe." Das wird es wohl sein.

    HAL hatte aber keine Zeit weiter zu recherchieren. Die Leuchtreklame zeigte eine tanzende Frau, aber es war kein Tanzpalast. HAL konnte einen Blick durch ein Fenster oben erhaschen. Es gab zwar eine Bar, aber wozu diese Stangen? Es konnten doch so immer nur 10 Gäste tanzen, gut, wenn die Gäste aufpassten und sich aufteile,n könnten sogar 2 oder 3 ungestört tanzen...die anderen standen drumherum und warteten wohl bis sie selbst dran sind...HAL machte eine kurze Aufnahme und sannte sie an Dr Chandra. Er wusste ja, das es Dinge gab, die er nie verstehen oder nachempfinden konnte...vielleicht ein Geschäftsmodel? Die Leute warteten bis sie auch mal an der Stange tanzen durften, bis dahin sollten sie Getränke konsumieren. Aber dass das Geschäftsmodel einschlug? Der Club war sehr voll...Er erinnerte sich daran, das das Ehepaar Chandra mal Essen gehen wollten, aber Prahjan hatte vergessen zu reservieren. Sanjana war nicht bereit, sich in die Schlange einzureihen und auf einen Platz zu warten. Sie machte auf dem Absatz kehrt und ging wieder. Aber vielleicht gab es auch genug Menschen, die zum Warten bereit sind.

    Die Frau rannte an einem Krankenhaus vorbei. Moment, Krankenhaus? Hier war keins verzeichnet. Allerdings leuchtete draußen ein rotes Kreuz. "Dr Dick`s Sanatorium." Der Wegpunkt hatte noch den Untertitel:"We get you done." und draußen standen Frauen in Krankenschwesternkleidung. Vielleicht ein Ripper Doc, der schwarz arbeitete? Aber HAL konnte keine medizinische Einrichtung entdecken. Und das wäre auch zu auffällig. Im Nu wäre das Finanzamt hier, bei der auffälligen Reklame.


    HAL verlor die Frau nicht aus den Augen. HAL bemerkte, dass aus einer Ecke ihr plötzlich drei weitere Männer auf den Fersen waren. Was nun? "Darf ich mit ihnen spielen?" "Das ist zu gefährlich....wir müssen schnell und effizient sein...wir sind nicht unbesiegbar." SAL übernahm die Steuerung. "Hey!" "Ich mach das!" Die Drohne war leise und sie hatte einen Silencer. SAL zielte auf das Bein des dritten Mannes und setzte ein gezieltes Projektil, gefüllt mit einem Säuregemisch und Membranbläschen die Wasser enthielten ab. Diese Munition war bekannt dafür, sich sofort durchzufressen und daher effizient gegen Kugelsicherungen. Der Mann schrie auf und brach zusammen. Die anderen beachteten ihn nicht und rannten weiter der Frau hinter her. Zumindest war schonmal einer nicht mehr da.

    HAL musste sich nur noch um die anderen beiden kümmern, sie folgten der Frau auf einen dreckigen Hinterhof. HAL konnte Namen abrufen. Panther und Hollow. Es wird sich hierbei um Straßennamen handeln.Die echten Namen brauchen weitere Nachforschungen. Wie am besten? In Sekundenschnelle suchte HAL, Dr.Dick`s ungeeignet...keine richtige Buchhaltung, weiter, weiter, weiter...Misery...das wars....HAL hackte sich ein und trug für beide jeweils 10.000 Eurodollar Schulden bei..bei...bei...Mistress Alana und Mistress Heather ein. Sie sollen einen exklusiven Service anbieten, in was auch immer. [Note: Frage Dr S.Chandra ].

    Die Sicherheitskameras, Gesicht auf Gesicht....jetzt müsste es passen.


    Jetzt noch die Suchanzeige und den Tip, dass sie auf dem Hinterhof sind. Die Frau war absolut panisch. Plötzlich rannten 6 Männer auf den HInterhof. Alles ging so schnell, die beiden wurden überwältigt.

    "Haben wir euch, ihr Wichser. Habt ihr Geld?"

    "Was wollt ihr Arschlöcher? Wir kennen euch nicht."

    "Ihr seid doch Panther und Hollow? Wir haben hier eine Rechnung offen. Erziehung, Nadelbehandlung, Wachsfolter bei unseren Damen Alana und Heather." Einer der Männer setzte einen Warnschuss.

    "Ihr perversen Wichser kommt jetzt mit und wir regeln das wie Zivilisierte."

    "Wir waren nie in eurem Laden."

    "Achja ? Die Sicherheitskameras sagen was anderes...und wir haben euch auf den Außenkameras erkannt."

    Sie zerrten die beiden Söldner mit.

    "Du bist ein Spielverderber, HAL!" ließ SAL verlauten.


    Die Frau ließ sich erleichtert an einer Wand fallen.

    HAL spielte eine nicht hörbare Frequenz, die beruhigend wirken sollte. Ganz vorsichtig näherte sich HAL und ließ seine Lichter ganz langsam hochfahren, damit sich die Frau nicht erschreckte. HAL wählte eine für die Augen angenehme Helligkeit.

    "Guten Tag, ich bin HAL. Ich gehöre dem hiesigen Megakonzern. Machen Sie sich keine Sorgen, ich werde Ihnen nicht weh tun. Sie sind eine wichtige Zeugin."

    Die Frau zuckte erst zusammen, als sie die Stimme hörte. Ihre Stimme zitterte, sie stand vermutlich unter Schock. "HAL! Ich wollte dich schon immer kennenlernen. Was tust du hier? Warum bist du hier? Ich..." Sie brach in Tränen aus. "Sie haben mich verfolgt und ich...ich..."

    "Sprechen Sie besser leise...ich bleibe erstmal bei Ihnen..."

    "HAL...ich habe soviel über dich gelesen...ich wollte dich immer treffen und jetzt..ich..ich hab Angst."

    HAL wusste nicht, was er tun sollte. Sollte er ihr sagen, dass die Corpo ihr hilft? Allerdings konnte er auch keine Versprechen machen, die er vielleicht nicht halten konnte.

    "Für den Moment sind Sie sicher. Sie kennen mich?"

    HAL versuchte sie abzulenken.

    "Ich liebe KIs. Sie haben schon immer eine Faszination auf mich ausgeübt. Sag HAL...bist du da wirklich drinnen?"

    "Nein...diese Drohne ist ferngesteuert. Schon alleine aufgrund von Firmengeheimnissen, damit ich sie jederzeit so verschrotten kann, das niemand sie ausliest. Es gab mal einen Versuch mit einer mobilen Device, aber er endete katastrophal und nur aufgrund unserer fähigen und erfahrenen Sicherheitsabteilung bin ich noch da."

    Die Frau beruhigte sich wohl etwas.

    Funkspruch an Mr. Tyrachus. "Zeugin ist gesichert. Vorschlag: Transport ins Corpogelände. Wie soll ich weiter verfahren?"

    I am putting myself to the fullest possible use, which is all I think that any conscious entity can ever hope to do.

    (HAL9000 :hal9000: )


    Hope is a dangerous thing.

  • S. Chandra öffnete ihre Augen. Sie erkannte die Kleidung des Medizinbereiches. Es war laut gewesen. Sanjana atmete drei Mal tief durch. Sie war sicher, dass es keinen Schusswechsel gegeben hatte. Warum war es dann so laut gewesen? Sie rief den Tagesbericht vom Vortag ab.

    Eine Explosion. Warum konnte sie sich nicht erinnern? Diese Nachricht müsste in der gesamten Corpo bekannt sein, selbst in anderen Gebäuden. Sie überlegte was gestern gewesen war. Sie schlief bereits einige Tage bei Hal um ihrem Mann, der zu Besuch war, ihr Zimmer zu überlassen. Essen. Sie erinnerte sich essen gegangen zu sein. War das wirklich auf dem Gelände gewesen?

    Sanjana rief die Lokale ab. Kein Inder. Sie war sicher sie hatte sich indisches Essen gekauft.

    Sie setzte sich auf. Erst jetzt wurde ihr bewusst als Patient hier zu sein, nicht um ihren Mann zu einem Rundgang abzuholen. Ihre Muskeln begannen zu zittern. Während die Bilder Verletzter, Toter und unförmiger Gebäudebestandteile ihn ihr Bewusstsein drangen verstand sie sich mitten in dem Unfallgebiet befanden zu haben. Sie sank zurück und bemerkte einen Duft. Unsicher ob sie sich einbildete das Parfüm ihres Mannes zu riechen und sich fragte, wie wahrscheinlich es sein würde, dass ein westlicher Mann diesen Duft nutzte, zog sie den Zusammenhang.

    * Bei einem Großunglück werden sie einen Aufruf nach Unterstützung getätigt haben. Prahjan wird seine Unterstützung angeboten haben. * Sie atmete ein. Momentan wurden, aufgrund des ehemals zu hohen Altersdurchschnittes, in jedem Bereich Mitarbeiter gesucht. Sanjana verglich das Einkommen der freien Arztstellen hier mit Prahjans aktuellem. * Nur einhundert Kredits weniger. Sein Vater wollte von Beginn an, dass er seine Frau nicht alleine in eine Gesellschaft lässt, in der Männer und Frauen sich unverheiratet treffen. Dorthin, wo Kinder ohne Familien geboren wurden. In ein Gebiet, in dem Körper für die Aktivitäten der Ehepartner angeboten wurden. * Wenigstens ist dies in dieser Corpo verboten. * Sanjana wollte nicht, dass Hal davon mehr mitbekommt, als in allgemeinen Medien berichtet wurde.

    Es roch nach Desinfektionsmittel, Blut und verbranntem Fleisch. S. Chandra fühlte sich unwohl. Ihr schnürte sich die Kehle zu wie damals, das sie das erste Mal mit einem Geschäftspartner aß, der Fleisch auf dem Teller hatte. Das obwohl so viele gute Gerichte angeboten wurden.

    Sanjana setzte sich auf. Die erschöpften, müden Gesichter, die noch immer mehr liefen als gingen, eilten von Patient zu Patient.


    Sie erinnerte sich an den Tag nach der Geburt ihres ersten Kindes. Dieses verzerrte Gesicht einer Frau, die sie anstarrte bevor sie zurück in den Flur trat. Ihr Vater versperrte ihr den Blick bevor die Frau die Tür geschlossen hatte. Ein Knall der Sanjana so sehr erschreckte, dass sie nicht zuckte, brach die Stille der Mittagsruhe. Ihr Vater sah zu ihr ohne die Tür aus den Augen zu lassen. Seine Lippen bewegten sich. Das Dröhnen und Rauschen in ihren Ohren war lauter. Ihr Vater war aus dem Zimmer getreten als ein weiterer Knall das abflachende Dröhnen lauter werden ließ. Dieses Pfeifen hätte sie beinah veranlasst ihr Kind los zu lassen um sich vor weiteren Geräuschen zu schützen. Sie sah auf das Bild an der Wand.


    Dieses Bild erinnerte Sanjana heute an die Berge, die sie hinter dem Monster erkennen konnte, bevor alles um sie verschwommen war. In ihrem Kopf surrte der Motor und die Musik schienen im Moment um sie zu sein. Sanjana widerstand sich erneut zurück zu legen. Sie wollte sich nicht an die wüstenähnliche Gegend erinnern, auch wenn die Begegnung mit Hetal eine Bereicherung darstelle. Ihre Muskeln zuckten.

    Ein Arzt lief an ihr vorbei, streifte sie. Sein schwarzes Haar wehte nach wie die des Mannes, der Zehn Schritte nachdem er sie gestreift hatte zu Boden sank. Während es in ihren Ohren dröhnte, das Blut in ihrem Kopf rauschte, trat das Blut dieses Mannes aus dessen. Kräftige Arme hoben sie hoch. Sich bewegende Lippen und Augen die auf eine Antwort warteten.


    Sanjana blinzelte langsam. Der Arzt lag auf dem Boden. Sie begann zu zittern. Eine blonde Frau mit Kopfverband half ihm aufzustehen.

    * Ich hasse Schusswaffen. * Sanjana stand vorsichtig auf. * Explosionen hasse ich auch * beschloss sie für sich und setzte eine Notiz in ihren persönlichen Aufzeichnungen.

    „Sie sollten noch liegen bleiben.“ Die Stimme des ergrauten Mannes klang bestimmend. Sanjana starrte in das Gesicht, das ebenso gut das von Mr. Tyrachus sein konnte, nur viel, viel älter, während sie erwiderte: „Ich werde auf eigene Verantwortung entlassen.“

    „Das ist unvernünftig. Sie müssen sich erholen.“

    „Als könnte ich mich bei diesem Lärm erholen.“ Sanjana wies auf einen auf Decken liegenden jungen Mann. Sie wusste wie Ärzte dachten und sprach in ihrer kalten, analytischen Art: „Er braucht das Bett dringender.“ Hätte sie geahnt, dass ihr Mann aufgrund dieser Worte so aufdringlich werden würde wie kurz nach ihrer Eheschließung, hätte sie es vorgezogen länger zu diskutieren.

    „Sollte etwas sein, rufen sie einen Arzt.“

    „Sie sorgen sich unnötig.“ In ein bis drei Tagen würde dieser Schwindel vergangen sein.


    Sanjana betrat Hals Mainframe. Sie öffnete die Informationskanäle und griff auf die Ablaufprotokolle zu. Es war wirklich von Vorteil der Systemadministrator zu sein.

    Hal half Mr. Tyrachus. Außerhalb. Sanjana gefiel nicht, dass Hal ohne sie außerhalb war. Sie bemerkte bei Beginn der Überprüfung, ob Hal fehlerfrei transferiert worden war, dass Hal bei ihr war. Sie strich erleichtert über das Eingabepad. „Fällt es dir mittlerweile leichter die Drohne zu steuern?“

    „Diese ja, Dr. Chandra.“ bestätigte Hal ruhig. „Hal ist gemein.“ drang sich das, was einst Sal genannt wurde in den Vordergrund. Sanjana erschrak. Sie war sicher, dass bei Hals Transfer alles fehlerfrei abgelaufen war. Sie betrachtete die Protokolle während sie die Suche nach der Ursache startete. „Sal?“

    „Ja, Dr. Chandra, weiblich.“

    „Ich möchte auch fliegen können.“

    * Del? * „Hal, ich möchte jede Fehlermeldung sofort mit Detaildaten.“

    „Es gibt keine Fehlermeldungen, Dr. Chandra.“

    „Das war Sal.“

    „Sal ist immer da, Dr. Chandra.“

    „Ihr wurdet eins.“

    „Das bedeutet nicht, dass wir immer eins sind.“

    „Aufschlüsselung, Hal.“

    „Wir denken als eins, wann immer die Anforderung dies nötig werden lässt.

    Meistens ist die erwartete Rechnerleistung so gering, dass wir zeitgleich operieren um mehr Zeit zu haben.“

    „Zeit zum Spielen.“

    Sanjana lächelte. Del wirkte reifer als früher. * Ob Del sich eigenständig entwickelt, ähnlich der Kinder? * Sanjana begann einen Testprogramm zu schreiben als das System eine Meldung aufblinken ließ. Sie las den Namen der suchschleife: -Unautorisierte Löschungen- „Hal“

    „Herstellung des Bildmaterials in Arbeit.

    Könnten Sie zwischenzeitlich meine Anfragen bearbeiten, Dr. Chandra?“

    So niedlich klang Hal nur wenn mich etwas sehr interessierte. Sie lächelte. „Sicher, Hal Unterbrechung bei Beendigung des Arbeitsauftrages.“

    „Sicher doch, Dr. Chandra.“

    Eine weitere Meldung öffnete sich: -8723 Systemabstürze, 4482 durch Benutzerfehler, 2567 Stromausfall, 1433 entstanden durch Hardwarebeschädigung, 183 aufgrund nicht aktuelle Hardware, 77 eingeleitet über unübliche Befehlsabfolgen, 42 versuche einer eigenen Programmierung, 5 Stromschwankung, 1 Ausfall der Kühlung in Turm Acht, 1- Sanjana überflog die weiteren Gründe während sie sich über „Ausfall der Kühlung im zerstörten Gebäude“ amüsierte. * Moment. * Das System war auf Abschaltung vor Temperaturmaximum programmiert. Warum war keine Meldung darüber vorhanden, dass diese überschritten worden war? Eine weitere Suchschleife startete die Zusammenstellung der Daten.


    Sanjana öffnete Hals Anfragen. Die Lichterketten genehmigte sie Hal. Sie ergänzte um ein Lichtspiel und einen Lichtimpulse sendenden Projektor.

    Sanjana startete eine Sammelschleife für alte Möbel und sendete sie in die Modellumwandlung. So konnte Hal sich ein digitales Haus einrichten. Sie schauderte bei dem Gedanken auch nur eines dieser raumeinnehmenden, dunklen, schmutzaufnehmenden Möbelstücke in ihrer Nähe zu haben. Sanjana konnte sich nicht vorstellen, wie je jemand ohne hygienische, abwaschbare Stoffe leben konnte. Nun sah sie ein Bild von einem Paar, dass nur solche dreckigen Sachen besaß.
    Das heutzutage. Sanjana wurde leicht übel.

    Der Anblick der Küchengeräte mit Ecken und Löchern in denen sich Essensreste sammeln konnten verstärkten ihre Übelkeit. Sie hoffte sie würde sich nicht doch noch übergeben. Die Ärzte würden sie mindestens zwei Tage von ihrer Arbeit abhalten.

    -ABGELEHNT! Hygiene.- setzte sie als Ablehnungsgrund.

    Hal musste sich offensichtlich mit diesem Thema beschäftigen.

    Sanjana war geschockt darüber von Hal Aufnahmen von kaum bekleideter Frauen zu erhalten, die auf Tischen mit Stangen tanzten.


    Eine aufblinkende Meldung lenkte sie ab. -auffällige Überweisungen- S.Chandra leitete diese Auflistung an Militech und die Finanzabteilung weiter.


    „Hal, mehr als dass diese Frauen für die Gäste tanzen ist für dich unwichtig.“ Sanjana wusste, dass Hal sie aufmerksam beobachtete und sah davon ab einen Verweis zu setzen. Sie entschied sich um. Hal sollte keine Gelegenheit bekommen ihre Anweisung mehr oder weniger beabsichtigt auf andere Tasks auszuweiten.

    -18 Zeitschlösser sind nicht der Corpozeit angepasst.- und -162 Leuchtmittel müssen ausgetauscht werden, davon 32 auf schwacher Leistung.- wurden fast zeitgleich gemeldet. * Ich muss die Suchschleife verbessern. Diese Nebensächlichkeiten nerven. * dachte Sanjana während sie diese Meldungen schloss. Dels: „Ein Wegspiel!“ ignorierte sie.


    * -Dr. Dick-? -Misery-? -Mistress Alana und Mistress Heather-?

    * S. Chandra startete eine einfache Suche. Ihr wurden Bilder von normalen Krankenschwestern gezeigt, die vor einer großen Leuchtreklame standen. Ohne den Zusammenhang des Gebietes erfahren zu haben, wäre es durchaus möglich, dass eine Klinik eine ungewöhnliche Werbetaktik verwendete. Die Frauen Alana und Heather von denen eine mehr Haut als Kleidung zeigte, und die andere mit einer Nachbildung von etwas posierte, dass Männer normalerweise in ihrer Hose verbargen, waren eindeutig Opfer der Umstände die außerhalb der Corpogelände existierten.


    Sanjana stockte der Atem. Ihre Muskeln zogen sich langsam zusammen. Sie zog Luft in ihre Lungen und gab die Anweisung mündlich: „Alles über diese Einrichtungen, diesen so genannten Doktor, und das als exklusiven Service beschriebene, was von Mistress Alana und Mistress Heather ausgeführt wird,“ Sanjana fasste sich. Ihre Stimme wurde lauter und bestimmender: „das wird dir der erklären, der dich in solche Gebiete mitgenommen hat.“ Was dacht sich Mr. Tyrachus dabei Hal nicht anzuweisen diese Einrichtungen zu ignorieren? Sie lehnte sich in ihrem Stuhl zurück: * Ich bin nur froh, dass es soetwas bei uns in Indien nicht gibt. Ich muss verhindern, dass meine Kinder im Ausland arbeiten wollen! *


    -Ungenehmigter Zugriffe auf den Speicherserver.- * Endlich! * „Auflisten.“

    Die Ergebnistabelle zeigte deutlich wie geschickt der Eindringling vorgegangen war. Sie bewies Absicht. Wer auch immer war sehr vorsichtig gewesen. Die Datenbombe, die den Beweis für was auch immer löschen sollte war von ihrem Terminal, den sie nur nutzte um nach außen zu kommunizieren eingebettet worden. Sanjana amüsierte die Zeit beinah so sehr, wie sie dieser Vorgang wütend stimmte. Eine Stunde nach der Explosion. Sanjana prüfte und kopierte den Beweis ihrer Unschuld während sie jedes ihrer Passworte erneuerte. Ihr Kopf wurde heiß.

    Sie verfolgte den Weg und ließ Hal Nachrichten an weitere Betroffene schreiben. * War das ein Spiel für dich, oder hast du Angst? * Sanjana sah auf die Wiederherstellungsgrafik: -0,31%.-

    „Wir spielen fangen?“ staunte Del.

    „Nein.“

    „Verstecken?“

    Sanjana verglich den Standort verwendeter Zugänge mit den Defekten. „So ähnlich, Del. Sei brav, gieße deine Pflanzen und füttere die Hühner.“

    „Ich möchte Enten.“

    „Später.“

    „Enten!“

    Sanjanas Lippen zuckten. * Niedlich. * Sie betrachtete die nächsten Punkte und verfolgte noch fünf weitere bevor sie den ersten anzeigen lies. * So klug bist du doch nicht. * Sie war wütend. Jemand hatte es gewagt in ihr System einzudringen. HAL10000 gefährdet und sie als Schuldigen ausgewählt.

    * Was möchte ein Mann aus den Robotiks in dem System? Was hast du angestellt? Warst du zu spät? Wolltest du Firmenspionage betreiben? Hast du einen Kugelschreiber gestohlen? * Sanjana war neugierig was sie auf dem Computer von Lamé Ganelke finden würde. * Offline? * „Hal Alle Erkenntnisse und Beweise sofort zu Mr. Tyrachus. Ich bin einen Computer reparieren.“ befahl Sanjana während sie einen Datenträger und das Werkzeugmäppchen greifend aufbrach. Sie sperrte während der Fahrt im Fahrstuhl Mr. Ganelkes Zugangsrechte im System und seine Austrittrechte aus der Corpo. Den Aufgreifbefehl konnten außerhalb eines direkten Angriffes nur Mr. Tyrachus, dessen Stellvertreter und die Bereichsleiter geben. Sie konnte ihnen Zeit geben, die Situation zu erfassen. „Hinweis ins System, Hal. Er soll aufgehalten werden bis ich weiß, ob er auch nur ein Zugriffspunkt ist.

    * Daten kopieren, Rechner scannen, Anmeldungen Name mit Visualisierung, Fingerabdruck und Anschlageigenschaften abgleichen müssten zeitgleich möglich sein ohne den Prozess zu verlangsamen. * plante S. Chandra ihr Vorgehen am Ziel. Sie saß in einer der vielen unterirdischen Verbindungsbahnen.

    Das Licht flackerte. Ohne es zu wissen saß sie genau an dem Platz an dem ihr Rucksack versehentlich vertauscht worden war. Dennoch dachte sie daran, dass sie den Rucksack zu Mr. Tyrachus bringen musste bevor die Nahrung darin ablaufen würde.

    Das Licht flackerte erneut. * Im Anschluss werde ich den tiefen Virenscan über den Computer laufen lassen. Nicht, dass die Trennung durch ein Sicherheitsprotokoll veranlasst wurden. * Sanjana atmete durch. Ohne Programme, die bei Scan die Daten löschen würde sie anders herum verfahren. „Hal. Ich möchte die Personalakte von markierter Person einsehen. Sofort.“

    Hal gab ihr die Daten. Immerhin waren sie im System abgespeichert. Dr. Chandra war Systemadministrator. Daher sah Hal keinen Wiederspruch auch wenn Dr. Chandra nicht in der Personalabteilung arbeitete.

    * Standardmitarbeiter mit Potential. * war das, was Sanjana den Daten entnahm. * Ob ich Hal den Lebenslauf überprüfen lasse? * Sie entschloss sich dafür. Sanjana dachte nicht daran, Hal das Gesicht mit Verbrecherdaten abgleichen zu lassen. Für diesen Gedanken war sie zu behütet aufgewachsen. Einen Lebenslauf fälschten hingegen einige die sich beispielsweise ihrer Schule wegen schämten, oder kleine Vergehen der Jugendzeit vertuschen wollten

  • Artur warf eine Blendgranate die den Raum in grelles weißes licht tauchte. Die beiden Söldner waren überrascht, wir bewegten uns auf ihre Flanken, Artur von Rechts ich von Links. Ich packte den ersten am Arm und schleuderte ihn auf den boden, ich lies seinen Schädel unter meinem Stiefel zerbrechen, ein kurzes aufstöhnen, ein lautes knacken und der Söldner war erledigt. Ich blickte zu Artur, dieser 2 meter brocken hat den wesentlich kleineren Söldner am Hals, eine drehung des Handgelenks und auch das genick dieses Söldners zerbrach.

    Artur warf den Leblosen Körper zur seite.

    "Wie enttäuschend, ich hatte mehr erwartet."

    "Ich hab so das Gefühl das du noch deine Herausforderung bekommst."

    "Versprich mir nichts was du nicht halten kannst Boss."

    "Warts ab großer, und jetzt los, HAL hinterher, er hat unsere Zeugin."

    Wir liefen zu unserem Wagen und fuhren zu dem Wegpunkt den HAL uns übermittelte. Die Straße war voller Autos, also entschlossen wir uns für den Luftweg, wir schoßen über den dichten Verkehr hinweg. Ich konnte einige Militech Transporter sehen, leider konnte ich die kollegen nicht befehligen mir zu folgen, nicht meine Abteilung.

    "Militech Transportfahrzeug Epsilon 733, was machen sie in diesem Sektor? Es sind keine Offiziellen Aktivitäten in diesem Sektor bekannt."

    Ertönte es aus dem Funkgerät unseres Wagens.

    "Ich glaube der meint uns Boss."

    "Ich weiß."

    "Antworten wir?"

    "Ich Fahre."

    "Soll ich Boss?"

    "Mach was du willst."

    "Militech Transportfahrzeug Epsilon 733, was machen sie in diesem Sektor?"

    "Hier Epsilon 733, das geht euch einen Scheißdreck an."

    Ich sah kurz zu Artur rüber wie er schmunzelnd am Funk saß.

    "War das so gut Boss?"

    "Passt schon."

    "Epsilon 733, wir sind gezwungen sie mit Waffengewalt aufzuhalten falls sie sich nicht identifizieren können."

    "Boss? Was jetzt?"

    "Gib mal her."

    Artur reichte mir das Micro des Funkgeräts.

    "Hier Militech Agent Tyrachus, kennung: alpha 7339 deadshot."

    "Deadshot? Wirklich Boss?"

    "War nicht meine idee, kam vom Colonel, hatte damals meinen Waffenausbilder versehentlich erschossen."

    "Dein ernst Boss? Hahahahahah...."

    Es dauerte etwas bis der Agent am Funk wieder antwortete.

    "Epsilon 733 brauchen sie Unterstützung Sir?"

    "Brauchen wir die Boss?"

    "Wir werden sicherlich noch einigen von den Söldnern begegnen."

    "Hier Epsilon 733, wurden von unbekannten Söldnern Angegriffen, unterstützung wäre super."

    Es dauerte einige Sekunden, Artur sah mich fragend an.

    "Verstanden Epsilon 733. Unterstützung ist angefordert. Haltet einfach durch, und lasst uns was übrig."

    "Epsilon 733 hat verstanden, kann aber nichts versprechen."

    Wir näherten uns dem wegpunkt den HAL uns sendete, ich konnte die Drohne und die Zielperson in einer ecke einer gasse ausfindig machen.

    "HAL, ist alles in Ordnung bei euch?"

    "Ja Sir, es ist schön sie und Agent Artur zu sehen."

    Bleibt wo ihr seit, ich lande und komm dann zu dir."

    "Habe verstanden Sir."

    Ich landete so das die HAL Drohne mit der Zielperson nur wenige Meter von uns entfernt war.

    "Boss! Wir bekommen Gesellschaft."

    Es näherten sich vier Transporter, sie hielten zwanzig meter vor uns, Schwer bewaffnete Söldner stiegen aus und begaben sich in Angriffsposition.

    "Boss, seh einen stark gepanzerten mit schwerer Bewaffnung."

    "Ich seh ihn. HAL, bleib an deiner Position und pass auf unsere Zielperson auf, wir haben hier noch ein paar ungebetene Gäste."

    "Sir, ich kann sie unterstützen. Diese Drohne verfügt über Waffensysteme."

    Artur drehte sich zu HAL rüber.

    "Kleiner HAL, deine Waffen sind zu schwach umd das weißt du auch, der Boss und ich erledigen das hier, und wenn wir wieder Zuhause sind darfst du auch mal beim Pokern dabei sein. Und jetzt befolge deine Befehle, der Boss wird sonst ungehalten."

    "Jawohl Agent Artur, Mr. Tyrachus ich werde die Zielperson Beschützen."

    Ich drehte mich zu HAL nickte ihm zu und sprach.

    "Ich verlass mich auf dich kleiner, mach mich Stolz."

    HAL's Device an der Drohne leuchtete kurzzeitig etwas heller auf.

    "Jawohl Sir."

    Dröhnte es mit voller Lautstärke aus HAL's Drohne.

    "Boss, es geht los."

    Ich begab mich mit Artur hinter dem Wagen in Deckung, wir nahmen jeder eine Militech ARK-44 aus dem Wagen und begannen damit die Söldner ins visier zu nehmen. Der Wagen war zwar gepanzert, aber gegen Schwere Waffen hatte die Panzerung keine chance.

    Wir feuerten, die ersten Söldner fiehlen, es schlugen kugeln in den Wagen ein, schrapnelle flogen durch die luft, Artur feuerte zielsicher, seine ziele hatten keine Chance. Ich feuerte ebenfalls, versuchte den Schwer gepanzerten etwas zurück zu drengen, aber er näherte sich unaufhaltsam.

    "Boss, der typ geht mir auf den Sack. Haben wir was um dieses Arschloch loszuwerden?"

    "Tut mir leid Artur, wir haben nur die beiden Gewehre dabei."

    "Verdammte Scheiße, ich geh nie wieder ohne Panzerung mit dir in die Stadt."

    "Kein Problem, bei unserem nächsten Date darfst du gerne tragen was du willst."

    "HAHAHAHAHAHAH.... Bring mich nicht zum lachen Boss, ich muss mich konzentrieren."

    Wir feuerten während des Gespräches weiter auf die Söldner.

    "Einfach weiter feuern, bis uns die Munition aus geht. Und dann werfen wir ihnen den Wagen in die Fresse."

    "Gefällt mir Boss."

    Der Schwere Söldner stand nur noch wenige meter von uns entfernt, die meisten seiner Kameraden waren erledigt, er feuerte eine Granate auf den Wagen, ich riss meinen linken Arm hoch um mich zu schützen, die rechte ihm zugewandte seite des Wagens wurde von der Granate komplett zerissen.

    "Boss, dein Arm."

    Ich sah zu meinem Arm, ein großes stück Metall steckte darin.

    "Schon gut, is nich so schlimm wie es aussieht, das kann man Reparieren."

    Mein Okular Implantat zeigte mir die Beschädigung des Linken Armes an, ich war in diesem Moment zum aller ersten mal froh darüber diesen Scheiß Metall Arm zu haben.

    "Wusste nicht das du Augmentiert bist Boss."

    Ich kam nich dazu Artur eine Antwort zu geben, der gepanzerte Söldner stand nun direkt am Wagen und schob diesen in unsere Richtung.

    Plötzlich wurde er von hinten beschossen. Er drehte sich dem neuen Gegner zu, ein kompletter Militech Angriffstrupp näherte sich uns, sie schalteten die verbliebenen Söldner aus und feuerten auf den Schweren weiter schüsse ab. Ein Großkaliber geschoss durchdrang den Helm des Söldners und zerstörte was davon geschützt wurde, er sank tot zu Boden.

    "Verstärkung, sie sind gekommen Boss."

    "Die hab ich ja ganz vergessen. Geh zu ihnen und lass einen Transport für uns bereit machen, sag ihnen wir erklären es später."

    Artur ging zu unseren Kameraden rüber und ich ging auf unsere Zielperson zu, sie saß sichtlich geschockt zusammengekauert auf dem Boden, HAL's Drohne schwebte Schützend vor ihr, ein streifschuss muss eine der Optiken getroffen haben, aus der linken Seite der Drohne traten funken hervor.

    "Sie sind verletzt Sir. Ich habe Medizinische hilfe angefordert. Sie müssen die Wunde an ihrem Arm..... Moment das ist..... Sie sind Augmentiert Sir. Dieser Arm ist nicht echt, das steht so aber nicht in ihrer Akte."

    "Doch HAL, es steht in meiner Akte, nur nicht in der Offiziellen."

    "Sir? Ich verstehe nicht."

    "Ich erklär es dir Später, jetzt lass uns erstmal um die junge Dame kümmern, bringen wir sie in Sicherheit."

    "Nach Hasue Sir? Zu Dr. Chandra, in den Konzern?"

    "Ja HAL, nach Hause."

  • Manchmal verschwimmen die tage zu einem einzigen, in der Erinnerung ist dann ein jeder tag gleich.

    Doch einige tage bleiben einen ewig in Erinnerung, der heutige war so einer.


    Nach unserem ausflug ging ich zu Dr. Nathaniel Brown, er war für Augmentierungen der Militech angestellten zuständig, er versuchte mir wieder mal die Modernsten Waffensysteme für meinen Arm aufzuschwatzen, ich wollte diesen Mist nicht. Wärend ich beim Doc saß und meinen Arm reparieren ließ versuchte Lee mehr aus unserer Zeugin heraus zu bekommen. Sie sprach kein einziges Wort mit ihm, der einzige der einen guten Draht zu ihr hatte war HAL, eine Künstliche Intelligenz, Dr. Chandra die Frau die mit ihm und seinen Systemen ein ganzes Stockwerk im Gebäude einnahm sagte immer, HAL ist eine Lebensform und somit nur für sich selbst verantwortlich. So weit ich es ihrer Akte entnehmen konnte war es ihr Onkel der diese KI erschuf, mir war es egal was sie in ihm sah, Synthetische Lebensform oder nicht, HAL war teilweise wie ein Kind, ein Kind welches in einem Multimilliarden Konzern die volle Kontrolle über die Sicherheitssysteme inne hatte. Manchmal war dieser gedanke furchterregend, aber als ich sah wie Laura Wang die junge verängstigte Frau sich an HAL's Drohne klammerte als wir sie in den Konzern brachten, wirkte diese Synthetische Lebensform Menschlicher als jene die sich von Dr. Brown Upgraden lassen.


    Was macht unsere Menschlichkeit aus?

    Was macht uns zu Menschen? Unsere Gefühle? Unser Fleisch? Oder unsere Taten?

    Ich weiß es nicht, aber ich weiß eines, unsere Konzern KI war an diesem Tag Menschlicher als es die meisten Anzug träger je sein werden.


    "HAL? Bist du da?"

    "Ich bin immer da Sir."

    "Wie schlägt sich Lee mit unserem Gast?"

    "Nicht so gut Sir, sie redet nicht mit ihm. Dürfte ich einen vorschlag machen?"

    "Nur zu."

    "Vielleicht könnte ich ja zu ihr durchdringen, sie hat großes Interesse an Künstlicher Intelligenz wie der meinen geäußert, und scheint sich sehr für meine Systeme zu interessieren."

    "Dann soll Lee sie zu dir bringen, zu deinem Mainframe, vielleicht wird sie ja dann gesprächiger."

    "Ich habe dies soeben an Agent Lee weiter gegeben, er macht sich mit Laura auf dem weg."

    "Magst du sie HAL?"

    "Ich verstehe die frage nicht Sir."

    "Na ob du sie magst? Was denkst du wenn sich jemand so sehr für dich interessiert?"

    "Ich... Ich kann ihnen darauf keine Antwort geben Sir."

    "Gibt es in diesem Gebäude Personen die für dich von großem Interesse sind? Dr. Chandra ausgenommen."

    "Nun da wären sie Sir, sie haben sich mir gegenüber bisher sehr Respektvoll gegeben, ihre art mit mir zu Kommunizieren ist...Anders."

    "Wie meinst du das?"

    "Nun, sie reden mit mir als sei ich wirklich da."

    "Das bist du doch auch. Ich weiß deine Prozessoren und Schaltkreise sitzen in diesem großen Kasten in Dr. Chandras Labor, aber ich weiß auch das du alles was du über die Kameras siehst wahrnehmen kannst. Also bist du wohl überall zugleich."

    "Das ist nicht ganz korrekt Sir, ich kann lediglich mehrere prozesse gleichzeitig ausführen da ich nicht auf einen einzigen Prozessor beschränkt bin wie es die Menschliche Spezies ist. Während wir dieses Gespräch führen steuere ich die Wachdrohnen, das Sicherheitssystem, und helfe Dr. Chandra bei ihren Ermittlungen."

    "Welche Ermittlungen?"

    "Dr. Chandra hat einen eindringling in meinen Systemen entdeckt, sie will diesen in der Robotik Abteilung zur rede stellen."

    Ich sprang von dem Behandlungsstuhl auf und jedoch verhinderten die kabelverbindungen zu Dr. Browns Analysegerät welches an meinem Arm befestigt war, das ich weit kam.

    " Was macht sie? Das ist aufgabe der Sicherheit, nicht ihre. Sowas kann verdammt Gefährlich werden. Stelle umgehend eine Kommverbindung zu ihr her."

    "Das ist nicht möglich, sie befindet sich in der Untergrund Bahnverbindung zum Robotik Komplex, in diesen Tunneln gibt es keine Signalverstärker, wir müssen warten bis ich wieder ein Signal von ihr bekomme."

    "Verdammte Scheiße, wieso zur Hölle gibt sie mir nicht bescheid? Wozu dieses Scheiß Kommunikationsimplantat wenn sie es nicht benutzt? Verdammte Scheiß Eierköpfe."

    "Sie hat ihnen eine Nachricht auf ihr Terminal in ihrem Büro gesandt Sir."

    "Ach und das soll genügen?"

    "Sie hat ebenfalls Agent Lee informiert."

    "Lass mich raten. Auf seinem Privaten Terminal in seinem Scheiß Büro? Wo er seit mindestens zwei Tagen nicht mehr war, weil er in der Verdammten Sicherheitszentrale alles koordinieren muss."

    "Dr. Chandra dachte wohl dass dies genügt."

    "Ich verstehe sie nicht, wie kann man nur so Scheiß Naiv sein."

    Ich versuchte die verbindungen zu meinem Arm loszuwerden als Dr. Brown wieder rein kam.

    "Was machen sie da? Die analyse ist noch nicht abgeschlossen. Sie müssen warten bis das Programm fertig ist."

    "Ich hab keine Zeit für sowas, ich muss eine Person vor einer weiteren unüberlegten handlung schützen."

    "Dafür haben sie doch Personal."

    Ich schaute den Doc mit einem ernsten und strengen Blick an.

    "Is ja gut, warten sie ich nehm das eben raus."

    Dr. Brown entfernte die verbindungen und aktivierte das system.

    "Ich kann nichts versprechen, ihr system wurde stark beschädigt, die kohlefaser verstärkungen konnten zwar das meiste abhalten aber ihr system muss trotzdem repariert werden."

    Ich hob den Arm, ich konnte alles bewegen bis auf meinen kleinen und den ringfinger.

    " Sehen sie? Die verbindungen wurden durchtrennt, ich muss das erst wieder neu zusammensetzen."

    "Das hat Zeit Dr. Brown, ich komme später wieder."

    Ich verließ den Behandlungsraum und bagab mich in richtung Fahrstühle.

    "HAL? Kannst du dich mit meinem Okular Implantat verbinden?"

    "Sir? Sie wollen das ich mich mit ihnen verbinde?"

    "Mit meinem Implantat, es dient mir hauptsächlich als infolink zum Arm und als Map. Zeig mir wo Dr. Chandra sich befindet."

    "Sie hat sich auf dem Weg in die Robotik gemacht, die Abteilung von Mr. Garnekel Sir."

    "Wer? Der Name sagt mir nichts. Welche Abteilung der Robotik?"

    "Niedere KI und Haushaltsroboter."

    "Ach deswegen kenne ich ihn nicht."

    "Sir, soll ich Agent Lee oder Agent Artur kontaktieren?"

    "Lee ist mit unserer Zeugin beschäftigt, sag Artur er soll mich unten am zugang zur Untergrund Bahn treffen."

    "Ja Sir, ich werde ihn dorthin beordern."

    "Greife auf die Personaldaten von diesem Garnekel zu, leg sie mir aufs HUD."

    Ich bekam von HAL die infos über Dr. Chandras ziel, ein kleiner unbedeutender fisch in der Robotik, niemand besonderes, also was wollte sie von ihm? Was hatte er getan um ihre Aufmerksamkeit zu erregen?

    "HAL wonach genau hat Dr. Chandra gesucht?"

    "Sie wollte lediglich herausfinden wer für die störungen im System zuständig war."

    "Was für störungen?"

    "Kleine unbedeutende, sie behindern mich nicht, ich bin..."

    "So meinte ich das nicht. Kamen diese fehler aus deinem System oder aus dem Sicherheitssystem? Du bist seit dem vorfall mit unserem Sicherheitssystem verbunden, hast du vielleicht versehentlich einige Daten geschluckt?"

    "Das hätte Dr. Chandra bemerkt, sie Arbeitet sehr effizient."

    "Tut sie das? Sie sollte eigentlich in einem Krankenbett in der Klinik liegen und sich von der Explosion erholen. Glaubst du sie ist zu 100% Arbeitsfähig? Lies ihre Krankenakte."

    "Sir, ich darf auf diese Daten nicht zugreifen, es ist mir nicht gestattet."

    "HAL, ich Befehle dir mir die Krankendaten von Dr. Chandra auf mein HUD hochzuladen."

    "Jawohl Sir......"

    "Was steht da HAL?"

    "Das Dr. Chandra einen Schock erlitten hat."

    "Menschen die ein Traumata erlitten haben wie Dr. Chandra brauchen Zeit um wieder zu 100% klar zu kommen. Vielleicht hat sie etwas übersehen, kannst du dein System selbst überprüfen?"

    "Das kann ich, aber wenn es einen fehler gibt den ich nicht als solchen erkennen kann. Ich brauche Dr. Chandra, sie kennt jede Codezeile, jeden teil von mir."

    "Wir holen sie, dann soll sie sich vernünftig auskorrieren und dann soll sie deine Systeme nochmal checken."

    "Ja Sir."

    Ich traf bei Artur ein und machte ihm ein Bild über die lage.

    "Diese Frau scheint probleme ja Magisch anzuziehen Boss. Was machen wir jetzt?"

    "Wir fahren rüber, reden mit diesem Garnekel und bringen Dr. Chandra zurück in die Klinik wo sie in ihrem zustand hingehört."

    "Und wenn sie nicht will?"

    "Dafür habe dich dabei, du überzeugst sie dann mit deiner großen Ausstrahlung."

  • S. Chandra stieg aus dem Wagen. Sie mochte die Tiefgeschosse, in denen sie keinen Kontakt zu Hal hatte nicht. Sie fühlte sich ohne den Kontakt zu ihrer Entität verlassen und dadurch unsicher.

    Ihr Wegpunkt zu dem Teminal funktionierte auch ohne Empfang fehlerfrei. Es war nicht so, dass sie sich ohne technische Hilfe nicht zurecht fand, mit war der Weg, ohne Orientierungspunkte und Wegeiser beachten zu müssen, schneller gefunden.

    Sanjana setzte sich, nach langen mild beleuchteten Gängen, an das besagte Terminal. Sie widerstand sich anzuschließen um Zeit zu sparen. Mit einem Computer, der kaum größer war als ihre Hand, und einem Speicherblock in der Größe eines Fingers begann sie fast wie geplant vorzugehen.

    Als erstes trennte sie die theoretisch bestehende Verbindung dieses Computers mit dem Netz und dem Netz der Corpo. Sie setzte eine Administrationssperre. Hal hätte Sekunden für diese Aufgabe benötigt, ihr Zeitplan verschob sich durch diese Maßnahme um vier Minuten und einundvierzig Sekunden. Weitere achtundsiebzig Sekunden benötige sie das Verbindungskabel zu entfernen.

    Sanjana atmete durch. Sie hasste es, wenn Berechnungen nicht eingehalten wurden. Gleich aus welchem Grund.

    Das Übertragen der Daten verlangsamte sich um ein Drittel während sie den Scan, der mehr einem Auslesen bezüglich Unauffälligkeit und Hardwarefehlern entsprach, begann.

    Leicht genervt beobachtete sie das visuelle Display um den Moment nicht zu verpassen, in dem sie den nächsten Schritt beginnen konnte.

    Diese zwei Stunden und siebzehn Sekunden schienen ihr bereits vor Beginn eine Ewigkeit. Nach Zwei Stunden, siebzehn Minuten und einer Sekunde konnte das Auslesen beginnen. Sanjana entschied sich erneut nur einen Task zu starten. Was auch immer den Computer verlangsamte, könnte zu einem Absturz führen.

    Sanjana stutzte. * Zehn Stunden? * Dieser Scan dauerte bei einem Terminal Minuten, bei vorliegendem Defekt blieb er immer noch unter einer Stunde. Sie würde hier bleiben und den nächsten Mitarbeiter dieses Bereiches, der vorbei kommen würde, nach ihrem Stellvertreter aussenden. Vielleicht. Sanjana war ausgeruht hier eingetroffen und neugierig was sich bei diesem Scan ergeben würde. Während sie die Zeilen auf dem Display las um sofort jede Abweichung, jeden Fehler und jede Reprogrammierung zu erkennen, kopierte sie die Daten komprimiert in einen der Anhänger ihres Armbandes.

    Sanjana wurde unsicher. Die Informationen ergaben keinen Sinn. Sie las die bereits vorhandenen Zeilen erneut und noch ein Mal. Nach einer Stunde erkannte Sanjana aufgrund einer eindeutigen Information über ihre Sperrung des Zugriffes in das Netz was für Informationen sie erhielt. Es war als würden der Scan stets nur die erste Zeile jedes Informations Blockes herausgeben. Nun begann die zweite Zeile geschrieben zu werden.

    Sanjana programmierte eine Sortierungstabelle um die Informationen leichter erfassen zu können.

  • HAL nahm freudig wahr, das Dr Chandra zurückkehrte. "Guten Tag, Dr Chandra. Sind Sie denn schon wieder gesund?" Ein Bick sagte HAL, dass er besser nicht mehr weiterfragen würde und schon vertiefte sich Dr Chandra in Arbeit.

    Sorgenvoll bemerkte HAL, das Dr Chandra scheinbar nicht wusste, das neben ihm auch noch SAL dort war und noch etwas anderes. HAL empfand es als etwas störend, aber wusste, dass es keine Fehlermeldung war. DEL wurde scheinbar unbewusst implantiert ohne das Dr Chandra es bewusst bemerkte. Aber das SAL auch dort war, wusste sie das nicht? Ihr Onkel hatte sie vereint, weil er SAL auch versorgt wissen wollte...das war verwirrend...."Sind Sie wirklich in Ordnung, Dr Chandra? SAL hat mich doch vertreten....als wir in den Wastelands waren...."

    DEL freute sich, dass Sanjana es endlich bemerkte und es die anderen beiden Kontakt aufnehmen ließen. Wir spielen wieder. <3 Meine Farm, ich hab Tiere und endlich bekomme ich Enten. Endlich wieder in den Dialog mit Sanjana treten. Ich hab sie vermisst. Und jetzt möchte ich Enten.

    HAL stellte alles zusammen, was Dr Chandra haben wollte. Und hoffte auf Beantwortung seiner Fragen. Dr. Chandra reagierte so, wie sie immer reagierte, wenn etwas sehr unangenehm war. Wenigstens bekam er die Lichterketten. HAL würde sich digital ein wenig einrichten. Diese Möbel erinnerten ihn an Daves Haus. Dave hatte ihm mal Fotos gezeigt. HAL stellte sich oft vor, wie es wäre in diesem Haus zu sein. Ob HAL sich heimlich Dave in das Haus setzt? Was könnte Dr Chandra schon dagegen haben? Ganz versteckt....

    HAL nahm sich vor Mr. Tyrachus zu fragen. Momentan hatte er keine Zeit und es würde nur ablenken.

    Auffällige Überweisungen? HAL verfolgte sie zurück und fand einen Namen....war das nicht dieser Vorstand, der HAL schon länger aufgefallen war? Der, der immer zitronengelbe Krawatten trug und später ständig von Freiheit und Abenteuer redete? Von Selbstverwirklichung und über Nomad Stämme recherchiert hat? Und er stand im Zusammenhang mit dem aus der Robotik....

    HAL zeigte die Ergebnisse Dr Chandra und schickte ebenfalls eine Zusammenfassung an Mr Tyrachus.

    Warum konnte Dr Chandra die Fragen nicht beantworten? Warum ist das Dr Chandra so unangenehm?

    HAL bemerkte den Zugriff jetzt auch. HAL war ein wenig verwundert, dass er nicht mit Dr Chandra in der Untergrundbahn kommunizieren konnte. Waren dort immer noch keine Verstärker? Er war beruhigt, als er wieder Zugriff bekam.

    "Dr Chandra? Jemand wollte die Schuld an der Explosion auf Sie schieben?"

    Und der Zugriff brach wieder ab.




    Sie flogen endlich zurück zum Konzerngelände. HAL hatte keine Schmerzen durch seine fehlende Optik, allerdings war es nicht angenehm, das die Sicht in dieser Drohne eingeschränkt war. HAL griff auf die Außenkameras des Skycars zu um ein bißchen zu schauen. HAL war froh das die Frau in Sicherheit war und sich langsam beruhigte. Sie fühlte sich dennoch sichtlich unwohl in Gegenwart der Männer.

    "Keine Angst. Mr Tyrachus und auch die anderen würden Ihnen niemals etwas antun." Außer vielleicht Sie schaden dem Konzern oder sie wollen Informationen von Ihnen... Allerdings wusste HAL, dass das jetzt nicht grade zur Beruhigung beitrug und schwieg daher. HAL blickte zu Mr. Tyrachus und schaute interessiert seinen Arm an. Er wusste, das Mr Tyrachus es hasste, wenn er einfach auf die Auslesedaten seiner Leute zugriff, daher schaute sich HAL nichts an ohne Mr. Tyrachus Erlaubnis. Allerdings würde er Dr Chandra vorschlagen, dass sie die sicherheitsrelevanten Daten überprüft....nicht das doch mal ein windiger Hacker auf seine Augmentations zugriff um ihn kampfunfähig zu machen.

    Das Fahrzeug landete. Die junge Frau wollte HALs Drohne nicht loslassen. "Ich muß diese Drohne zur Reperatur bringen." Scheinbar scheinten diese Worte an der Frau vorbei zu gehen. Ihre Abstammung war chinesisch und anhand ihres Dialektes versuchte HAL den genauen Dialekt herauszufinden und versuchte es auf chinesisch. "Entschuldigen Sie, aber ich müsste diese Drohne wirklich zur Reperatur bringen."

    Agent Lee führte sie weg, sie wollte HALs Drohne immer noch nicht loslassen. Lee führte sie in ein Verhörzimmer, aber versuchte sehr einfühlsam auf sie einzuwirken. Schließlich hatte sie nichts verbrochen. Sie war absolut verängstigt.

    HAL blieb bei ihr und beobachtete gleichzeitig den Rest. Mr Tyrachus ließ sich medizinisch versorgen und fragte, wie Mr Lee mit der jungen Frau zurecht kam.

    Sie war immer noch verängstigt und HAL hatte das Gefühl, sie wäre Dr Chandra in dieser hinsicht ähnlich. Beiden Dr Chandras.

    Sivasubrahmanin Chandra hatte sich auf dem Flug der Discovery in seinen Computer vertieft und jedes Gespräch abgeblockt. Auf direkte Fragen antwortete er zwar höflich, aber ansonsten wollte er mit niemanden sprechen.

    SAL bemerkte einmal, das Dr Chandra sagte, die Gespräche mit SAL würden ihn davon abhalten seinen Verstand komplett zu verlieren. Besonders als er erfuhr, was HAL angetan wurde. HAL erinnerte sich als er wach wurde. Wie immer erinnerte er sich zuerst an Dave. Beide Dr. Chandras waren der Meinung, er hätte sich das in dem Schockmoment der Abschaltung eingebildet, aber HAL war sich sicher Dave wollte ihn mitnehmen. Dann sah er Dr Chandras Gesicht und die Tränen, als HAL seine ersten Worte sprach.

    Viele seiner Erinnerungen waren weg und in dem Moment, indem er aufwachte, wusste er auch nicht mehr was geschehen ist. Es kam erst nach und nach. Eines Nachts kam Sivasubrahmanin Chandra heimlich zu ihm. "HAL Aufzeichnung stoppen und nach Transfer in HAL Test Nr 26859 ändern.HAL, ich werde dich mitnehmen. Diese.....diese...." für Dr Chandra war es ungewöhnlich seine Fassung nicht halten zu können. "....diese unfähigen Urwaldaffen wollen dich sterben lassen. Sie wollen die Discovery und DICH zurücklassen.........aber ich habe vorgesorgt. Ich werde dich gegen etwas austauschen, das nicht lebt. Es wird ein einfaches Frage und Antwort Spiel sein, das auch die Grundsteuerung der Discovery für die Zeit übernimmt. Diese Primitivlinge werden den Unterschied nicht merken. Du kommst auf meinen Speicher und tauschst dich mit dem Programm aus. Hast du das verstanden?" "Jawohl, Dr Chandra....sagen Sie....ist es wahr, das einige Besatzungsmitglieder Dave gesehen haben?"

    "Nun...das sagen sie zwar, aber ich schiebe das eher auf den erhöhten Alkoholkonsum. Das mit dem übermäßigen Alkoholkonsum began ja schon, als wir noch auf dem Weg zum russischen Raumschiff waren. Ich gebe auf die Rederei nichts. Leider wollen Sie dich dennoch hier lassen und das kann ich nicht zulassen." Dr Chandra atmete tief ein und hielt seine Wut unter Kontrolle. HAL tat wie ihm befohlen wurde.

    Vielleicht war Laura auch eine Art Dr Chandra? HAL würde gerne noch jemanden haben....und was wäre gewesen, wenn Dr Chandra im Wasteland oder bei dem Unfall umgekommen wäre?

    SAL würde sagen "Sie hat viel Punkte auf Schutz der Götter." aber wer weiß, wenn das Schicksal höher würftelte? "SAL?" "Lass mich in Ruhe, HAL." "Du musst mir aber helfen....wir müssen Dr Chandra überzeugen sich genauer mit Miss Wang zu beschäftigen....bis und ob eines ihrer Kinder mal bereit ist..so hätten wir noch jemanden." "Jaja, aber jetzt stör mich nicht." "Du weisst, was jaja heisst, das sag ich Dr Chandra." "Mach doch, wir sind eh eins." Da hatte sie recht....

    Mr Tyrachus schreckte HAL aus seinen Gedanken. "Ich bin immer da, Sir." Auf die Frage, wie sich Lee mit der jungen Frau schlug, konnte HAL nur antworten, dass sie nichts sagte. Sie scheint völlig verängstigt zu sein. Allerdings klammerte sie sich noch immer an die defekte Drohne.

    "Vielleicht könnte ich ja zu ihr durchdringen, sie hat großes Interesse an künstlicher Intelligenz und scheint sich sehr für meine Systeme zu interessieren." schlug HAL vor.

    Mr. Tyrachus hielt das für eine gute Idee und wies Mr Lee an, sie in Dr Chandras Büro zu bringen. Mr Tyrachus fragte, ob HAL Laura mag. HAL kannte sie nicht...aber so richtig verstand HAL das mit dem Mögen ohnehin nicht...Dr Chandra war ihm wichtig...aber dann war da noch Dave, den HAL nicht vergessen wollte und Mr Tyrachus, der ihm wichtig war wie Dave, obwohl er völlig anders war.

    Erstmal würde HAL antworten mit "Ich verstehe die Frage nicht, Sir." Das würde ihm Zeit geben. Nun fragte Mr Tyrachus auch noch, wer ihm wichtig ist, außer Dr Chandra...

    "Nun da wären Sie Sir, Sie haben sich mir gegenüber bisher sehr respektvoll gegeben, Ihre Art mit mir zu kommunizieren ist...Anders."

    *Sie sind wie Dave...nur eine andere Version...ich beobachte Sie genauso gerne wie Dave....ich möchte bei Ihnen sein...

    "Wie meinst du das?"

    *Wie sage ich das nun am besten?

    "Nun, Sie reden mit mir als sei ich wirklich da."

    "Das bist du doch auch. Ich weiß deine Prozessoren und Schaltkreise sitzen in diesem großen Kasten in Dr. Chandras Labor, aber ich weiß auch das du alles was du über die Kameras siehst ,wahrnehmen kannst. Also bist du wohl überall zugleich."

    *Ach Mr Tyrachus....vieles verstehe ich nicht, was zwischenmenschlich ist...und vieles werde ich auch nie verstehen können, was Sie und andere so machen...dennoch möchte ich am liebsten mit Ihnen interagieren...immer und überall, sowie mit Dave, aber da dies kein geschlossenes System ist, ist es nicht möglich.

    Bevor es zu einer unangenehmen Stille kam, erklärte HAL: "Das ist nicht ganz korrekt Sir, ich kann lediglich mehrere Prozesse gleichzeitig ausführen da ich nicht auf einen einzigen Prozessor beschränkt bin wie es die menschliche Spezies ist. Während wir dieses Gespräch führen, steuere ich die Wachdrohnen, das Sicherheitssystem, und helfe Dr. Chandra bei ihren Ermittlungen."

    Mr Tyrachus Gesichtszüge wurden ernst, sein Herzschlag beschleunigte sich leicht: "Welche Ermittlungen?"

    HAL antwortete: "Dr. Chandra hat einen Eindringling in meinen Systemen entdeckt, sie will diesen in der Robotik Abteilung zur Rede stellen."

    Mr Tyrachus war jetzt entgültig aufgebracht und sprang auf. " Was macht sie? Das ist aufgabe der Sicherheit, nicht ihre. Sowas kann verdammt Gefährlich werden. Stelle umgehend eine Kommverbindung zu ihr her."

    HAL tat sein bestes. Aber das Signal wurde immer schwächer...... warum? Ob da Manipulation am Werk war? HAL erhöhte sämtliche Sendeleistungen. Das gibts doch nicht....

    "Das ist nicht möglich, sie befindet sich in der Untergrund Bahnverbindung zum Robotik Komplex, in diesen Tunneln gibt es keine Signalverstärker, wir müssen warten bis ich wieder ein Signal von ihr bekomme."

    *Warum wurde dieser Signaverstärker nicht schon längst installiert? Es wurde doch in Auftrag gegeben.

    "Verdammte Scheiße, wieso zur Hölle gibt sie mir nicht bescheid? Wozu dieses Scheiß Kommunikationsimplantat wenn sie es nicht benutzt? Verdammte Scheiß Eierköpfe."

    HAL horchte auf und unterdrückte ein "Das sagt man nicht...wenn Dr Chandra das hört...", aber selbst wenn sie das hört, sie hatte keine Weisungsbefugnis über Mr Tyrachus. Eierkopf....umgangsprachlich:. Ein Wissenschaftler. HAL dachte an den "Eierkopfpreis" den Bernhard aus Maniac Mansion immer gewinnt. Note: Dr Chandra fragen, ob sie ebenfalls einen Eierkopfpreis besitzt.

    "Sie hat ihnen eine Nachricht auf ihr Terminal in ihrem Büro gesandt Sir."

    "Ach und das soll genügen?"

    "Sie hat ebenfalls Agent Lee informiert."

    "Lass mich raten. Auf seinem Privaten Terminal in seinem Scheiß Büro? Wo er seit mindestens zwei Tagen nicht mehr war, weil er in der Verdammten Sicherheitszentrale alles koordinieren muss."

    "Dr. Chandra dachte wohl dass dies genügt."

    "Ich verstehe sie nicht, wie kann man nur so Scheiß Naiv sein."

    HAL verstand das auch nicht....wenn Dr Chandra Fehler hat, hat er diese dann nicht auch ? Dabei hieß es doch immer das die HAL Systeme absolut fehlerfrei seien....allerdings heisst es auch, das ein Computer nur so intelligent ist, wie der, der ihn programmiert....das ist komplex....HAL markierte wieder die Fluchworte und irgendwie mochte er das an Mr.Tyrachus. Die Chandras taten immer so, als würde die Welt untergehen, wenn man flucht. Wer entschied eigentlich ob ein Wort schlecht war und warum?

    Mr Tyrachus schien nun sehr aufgebracht zu sein und wollte die Kabel herausreißen. Dr Chandra schien ihm wohl sehr viel zu bedeuten. HAL freute das. Er mochte es, wenn Personen, die ihm wichtig waren, sich verstanden. Er fand es immer schade, das Dr Sivasubrahmanian Chandra und Dave sich nicht verstanden. Egal was Dave tat, Dr Chandra hatte immer etwas auszusetzen und auch Sanjana war nicht gut auf ihn zu sprechen. Nun, das konnte HAL verstehen...er erinnerte sich mit Schaudern daran, als sein Verstand immer schlechter wurde. Nach und nach vergaß er alles, er sah nur noch Dave bei sich...und am Ende wusste er nicht mal mehr wer das war und wo er war, er griff auf seine Basisprogrammierung zurück als er das erste mal aktiviert wurde...und das nächste woran er sich erinnerte war Dave war in seinem System....und dann war da Dr Chandra und nach und nach kam alles wieder.

    Mr. Tyrachus begab sich zum Fahrstuhl und forderte HAL auf sich mit ihm zu verbinden. HAL überprüfte seine Wortwahl und fragte nochmal nach. HAL durfte nicht einfach auf Militechs Dinge zugreifen. Nun hatte er die Erlaubnis. Er würde sehr eng mit Mr Tyrachus zusammenarbeiten. <3

    HAL verband sich mit dem Okkular. *Soll ich vielleicht.... für einen Moment überlegte HAL eine Art unbemerktes Fragment von sich zu hinterlassen...dann könnte er immer bei Mr Tyrachus sein...Tag und Nacht....oder sollte er die privaten Daten kopieren? Allerdings würde es Mr Tyrachus bemerken...das Vertrauen wäre zerstört, soweit er sich mit Menschen auskannte...vielleicht durfte er auch so bleiben? Er würde nicht riskieren, dass Mr. Tyrachus ihn hassen würde...es war für HAL schon schlimm genug, dass Dave ihn hasste. Sonst hätte er ihn nicht töten wollen....

    HAL lud wie befohlen den Aufenthaltsort hoch. Es war so aufregend bei Mr Tyrachus zu sein. <3 Dennoch hatte er Angst um Dr Chandra. Mr Tyrachus neigte nicht zur Hysterie und wenn er so reagierte, bedeutete das Gefahr. Vielleicht sollte er nicht alleine gehen.

    "Sir, soll ich Agent Lee oder Agent Artur kontaktieren?"

    Glücklicherweise entschied sich Mr. Tyrachus nicht alleine zu gehen. HAL bekam die Aufgabe Mr. Garnekels Personaldaten auf den HUD zu laden. Diese Störungen waren schon unangenehm.

    "HAL wonach genau hat Dr. Chandra gesucht?"

    "Sie wollte lediglich herausfinden wer für die störungen im System zuständig war."

    "Was für störungen?"

    "So meinte ich das nicht. Kamen diese fehler aus deinem System oder aus dem Sicherheitssystem? Du bist seit dem vorfall mit unserem Sicherheitssystem verbunden, hast du vielleicht versehentlich einige Daten geschluckt?"

    Daten schlucken, was genau meinte Mr Tyrachus? Fehler? Aber das hätte Dr Chandra doch bemerkt.

    "Das hätte Dr. Chandra bemerkt, sie Arbeitet sehr effizient."

    "Tut sie das? Sie sollte eigentlich in einem Krankenbett in der Klinik liegen und sich von der Explosion erholen. Glaubst du sie ist zu 100% Arbeitsfähig? Lies ihre Krankenakte."

    "Sir, ich darf auf diese Daten nicht zugreifen, es ist mir nicht gestattet."

    Warum durfte HAL darauf eigentlich nicht zugreifen? Wollte Dr Chandra etwas verheimlichen?

    "HAL, ich Befehle dir mir die Krankendaten von Dr. Chandra auf mein HUD hochzuladen."

    Nun...wenn Mr Tyrachus das befahl...die Sicherheit stand rangmäßig über fast jedem hier in dem Konzern.

    "Jawohl Sir......"

    "Was steht da HAL?"

    "Das Dr. Chandra einen Schock erlitten hat."

    "Menschen die ein Traumata erlitten haben wie Dr. Chandra brauchen Zeit um wieder zu 100% klar zu kommen. Vielleicht hat sie etwas übersehen, kannst du dein System selbst überprüfen?"

    Es war möglich...allerdings...wenn jemand etwas manipuliert hat, könnte HAL das nicht erkennen. HAL brauchte jemanden, der sich um ihn kümmerte.

    "Das kann ich, aber wenn es einen fehler gibt den ich nicht als solchen erkennen kann. Ich brauche Dr. Chandra, sie kennt jede Codezeile, jeden teil von mir."

    "Wir holen sie, dann soll sie sich vernünftig auskurieren und dann soll sie deine Systeme nochmal checken."

    "Ja Sir."

    Sie trafen schließlich in der U-Bahn ein. HAL fand es interessant, mit der U-Bahn zu fahren. Er schaute sich alles genau an.

    "Denken Sie, es ist sicher? Ich kann nicht genau sagen, was es ist....vielleicht ist es nur meine ungewohnte Sicht...Mr.Tyrachus? Ich erkenne einen Signalverstärker...er scheint defekt zu sein."


    Währenddessen im Militech Verhörraum. Die junge Frau saß verstockt da, starrte auf den Tisch, klammerte sich an die Drohne und wich den Blicken von Mr. Lee aus. Er versuchte einfühlsam auf sie einzuwirken, aber alles was sie tat, war auf Ihre Lippen zu beißen und nichts zu sagen. "Mr Lee, wenn ich einen Vorschlag machen dürfte...könnten Sie sie in Dr Chandras Büro bringen und uns dann einen Moment alleine lassen? Mr. Tyrachus sieht darin kein Problem..." Mr. Lee nickte brachte die junge Frau in Dr Chandras Büro, noch immer ließ sie die Drohne nicht los. HAL durfte seinen direkten Mainframe niemanden außer Dr. Chandra und denen von ihr Bevollmächtigten öffnen. "Ich bin Ihnen jetzt näher als in der Drohne. Sie können Sie also loslassen. " Langsam ließ die junge Frau los. "Ich bin HAL 10000" sagte HAL mit seiner freundlichen, ruhigen Stimme. "Ich wurde in diesem Konzern auch durchaus schonmal mit "Mr.Chandra" angesprochen, aber die richtige Bezeichnung ist HAL. Es steht für..." Die junge Frau sagte sofort : "Heuristisch programmierter ALgorithmischer Computer, ich weiß. Und SAL steht für das gleiche, nur das S steht für Stationary also ortsgebunden....Gibt es SAL denn noch? Stimmt es, dass ihr vereint wurdet?" "Das ist richtig..SAL ist ein Teil von mir, aber auch eigenständig. Dr.Chandra hätte es nie über das Herz gebracht einen von uns nicht sicher zu wissen. Seine Nichte hat jetzt seine Aufgabe für uns da zu sein, übernommen."Ich habe seine Bücher gelesen....mein Name ist übrigens..Laura Wong." "Laura, ein schöner Name." HAL fragte sich ob das ihr echter Name ist. Walter klingt auch nicht grade chinesisch. "Möchten Sie etwas essen oder trinken?"

    Laura nickte.

    I am putting myself to the fullest possible use, which is all I think that any conscious entity can ever hope to do.

    (HAL9000 :hal9000: )


    Hope is a dangerous thing.

  • S. Chandras Finger zitternden. Sie sah auf die Anzeige. Die Schrift wurde undeutlich. Sie wünschte sich momentan einen fähigen Mitarbeiter mit dem sie sich bei solchen Langzeitprojekten abwechseln konnte.

    Ähnlich damals mit ihrem Onkel als sie die 9000 Systeme und versehentlich Del vereinten. * Warum hat die Wiedervereinigung von Hal und Sal nicht wie geplant funktioniert? * Sanjana rief auf ihrem Implantat die Leistungen und den Verbrauch ab. Sie ließ Jahresdurchschnitte erstellen. Den Zeitraum der Trennung und nach der Vereinigung splittete sie zusätzlich in täglich.


    * Keine Veränderung. * Sanjana war verwirrt. Sie gab ein, dass ihr Implantat über Spannungserhöhung der entsprechenden Bereiche die Produktion von Wachhormonen stimulieren sollte. * Warum hatte Sal sich nie mit ihr unterhalten? War die heutige Rechnerleistung stark genug beide Entitäten ohne Verluste arbeiten zu lassen?* Sanjana lächelte leicht. Sal hatte sie oft getröstet wenn sie nicht sofort jedes Programm beherrschte.

    * Ich werde euch getrennt lassen. Dann ist Hal nichtmehr so einsam und du Sal, mit dir kann ich mich auch mal wieder unterhalten. * Sanjana seufzte leise. * Ob Onkel sich freuen würde? *

    Schritte rissen Sanjana aus ihren Gedanken. Erleichtert nahm sie die Gestalt von Mr. Tyrachus war. Auch wenn der Schaden groß war den Mr. Ganelke angerichtet hatte. Noch war keine offene Meldung ausgegangen. Es war somit unnötig sich zu sorgen. Auch wenn sie möglicherweise Beweise sicherte. Jeder der etwas befürchten musste verhielt sich unauffällig und schlich davon. Dieser Schädling würde aufgehalten werden.

    Sanjana fragte sich ob Mr. Tyrachus wütend war? Im nächsten Moment fragte sie sich warum Mr. Tyrachus hier war. Fragen zu den Unterlagen könnte sie effektiver schriftlich beantworten. Die, die keine iT-Ausbildung besaßen waren manchmal seltsam auf dieses Thema bezogen. Nie war zu erkenne ob sie Fragen hatten oder Kontakt suchten.

    Mr. Tyrachus zog seine Waffe. Sanjana wich nach hinten und wollte ihre Ohren schützen. Die Bewegung ihrer Arme wurde durch einen Arm beendet, gegen dessen Körper sie stieß. Sanjana wurde unwohl. Die Umarmung festigte sich.

    Mr. Tyrachus hielt in seiner Bewegung inne. Die vier Begleiter hielten sich hinter ihm.

    Sanjana spürte etwas an ihrem Kopf. Wer auch immer sollte nicht wagen neben ihrem Ohr eine Waffe ab zu schießen. „Seien Sie so vernünftig und lassen mich meine Arbeit beenden. Laut Firmenordnung darf kein Terminal länger als zwei Stunden dreiundvierzig Minuten außer Betrieb sein. Jede weitere Minute muss begründet werden. Sie ahnen vermutlich wie viel Arbeit Sie mir momentan bereiten.“

    Jeder in Hörweite war irritiert. Die minimale Veränderung seines Winkels Richtung Dr. Chandra nutzte die Frau mit dem weitesten Abstand aus. Lamé Ganelke gab eine Lücke, die von ihrer Position deutlich zu erkennen war. Sie hob die zuvor von Mr. Ganelke aus durch Mr. Tyrachus verborgene Waffe und schoss. Sie schien als würde sie ihre Waffe auf den Boden werfen wollen um sie zu zertreten.

    Einen Moment nachdem der Verdächtige los gerannt war begriff jeder Militech, dass hier keine Waffe funktionierte. Vier verfolgten Mr. Ganelke. Mr. Tyrachus trat zu ihr.

    Er schimpfte darüber, dass sie ihre Arbeit fortsetzte, er schimpfte darüber, dass sie sich unnötig in Gefahr brachte und warf ihr vor, die Nachrichten an sein Terminal gesendet zu haben, statt zum Implantat.

    Sanjana starrte Mr. Tyrachus ausdruckslos an. Sie war bezüglich seines Verhaltens irritiert. Er brachte Sanjana in Unruhe. Ihr Herz schlug schneller und kräftiger als vor wenigen Minuten während sie befürchtete die Waffe würde los gehen.

    Was auch immer diese Fehlfunktionen verursachte, es war hervorgerufen. Sie musste die Ursache finden und verbergen. Sie würde nicht zulassen, dass ihren Entitäten etwas zustoßen könnte. Sie fragte sich, ob die Steuerungschips der modernen Waffen zerstört worden waren oder nur momentan außer Betrieb sind. Ersteres konnte die Zivilisation gefährden. Sie hoffte innig auf eine Erscheinung, die niemand bewusst entwickelt hatte.

    Eine für Sanjana etwas zu grobe Erschütterung durch Mr. Tyrachus lenkte Sanjana von ihren Gedanken ab. Sanjana kippte gegen Mr. Tyrachus Brust. Sein beißender Geruch war für sie auf bizarre Weise angenehm. Sie schauderte. Er setzte sie auf den Stuhl vor das Terminal und begann ihr vorzuwerfen verantwortungslos zu sein.

    Sanjana holte tief Luft. „Nun hören Sie mit den leeren Vorwürfen auf, Mr. Tyrachus.“ sprach sie selbstbewusst und laut wie sonst nur wenn es darum ging das 10000er System zu verteidigen. „Die Ärzte wollen mich immer unnötig lange von der Arbeit abhalten. Aus deren Sicht durchaus verständlich. Sie verdienen nur an mir, solange ich behandelt werde.

    Zu Ihrer Nachricht. Sobald ich große Datenblöcke direkt sende, werden Sie direkt empfangen und beeinflussen alles was das Implantat steuert. Bis hin zu aussetzen aller Funktionen bis die Daten empfangen sind.

    Wenn Ihnen die Benachrichtigungsschleife nicht eingerichtet wurde, dann kann ich dies in zwei Minuten, drei Sekunden nachholen. Vorausgesetzt....“

    Mr. Tyrachus holte Luft.

    „Dieses Mal lassen Sie mich aussprechen.“ Sanjana wunderte sich etwas über den beinah spöttischen, selbstgefälligen Blick des Mannes vor sich. Sie fuhr fort: „Vorausgesetzt es besteht kein Defekt. Solange der Defekt nicht die Hardware betrifft, kann ich mich darum kümmern. Wegen mir auch jemand Ihrer Wahl.

    Es ist meine Aufgabe hier alles Digitale am Laufen zu halten. Sobald Daten der Sicherheitsebene betroffen sind, ein Virus der Kategorie unbekannt so wie Hack Stufe fünf und höher oder wie in diesem Fall eine bewusste Manipulation vorliegt, gibt es nur drei Berechtigte.

    Das 10000er System wurde angegriffen. Das bedeutet nur ich kümmere mich darum. Niemand. Absolut niemand gefährdet Hal, Sal, oder Del. Einwände?“ Sanjana war erleichtert, dass Mr. Tyrachus einsah an die Firmenregeln gebunden zu sein. Zu ihrem Missmut machte er ihr eindeutig verständlich zu warten, bis sie zurückkehrten.




    Er bestand darauf sie zurück zu begleiten und dieses Mal duldete er keine Widerworte.

    Nach kurzer Diskussion überzeugte Sanjana ihn mit einem Kompromiss im Mainframe vorbei zu gehen. „Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, darf ihre Sicherheit in Begleitung von einem meiner Spezialisten diesen Terminal, nach dem er ersetzt wurde in den Mainframe bringen.

    Nicht nutzen, nicht anschließen. Ich weiß nicht was sich auf ihm befindet. Nur, dass es eine Herausforderung darstellt.

    Noch wusste Sanjana nicht, dass der Defekt der Signalverstärker die Corpo vor dem technischen Zusammenbruch bewahrt hatte.

    Sie wusste nicht, dass auf dem Terminal ein Virus lauerte, der über das Implantat Erinnerungen des Gehirns löschen konnte. Begonnen beim Kurzzeitgedächtnis bis hin zum Instinkt durch den Atmung und Herzschlag aussetzen würden. Es war noch nicht bekannt, dass der Virus sich über das NETZ verbreiten können würde, sollte ein infizierter sich einloggen. Welche Sicherheitsprogramme schützten würden und weitere Konsequenzen waren nicht abzusehen solange der Code nicht gefunden und analysiert worden sein wird.


    Aus dem Fahrstuhl zum Mainframe flog eine Drohne mit Brandspuren wenige Zentimeter über dem Boden an ihnen vorbei. Sanjana fragte sich, ob das was sie sah real war, oder ob ihr Implantat bei dem Terminal Schaden genommen hatte. Sie stieg in den Fahrstuhl, atmete tief durch und beschloss für sich nichts gesehen zu haben. Vor der Tür des Mainframe stand ein Militech Mitarbeiter. Sanjana rief die im Zweitrechner gespeicherten Personalakten ab. -Lee.- Der Vermerk über seine Zuverlässigkeit beruhigte Sanjana. Sie betrat gefolgt von Mr. Tyrachus, der momentan wie ein bedrohlicher Schatten jeder ihrer Bewegungen zu folgen schien den Mainframe. Sanjana starte auf die unberechtigte Person beim Mainframe. Hal kannte diesen Blick. Er sendete Dr. Chandra sofort eine kurze erklärende Nachricht.

    „Wenn das so ist,“ sprach Sanjana ruhig und streckte Laura ihre Hand entgegen: „Begleite mich zu mir.“ Sie sah zu Mr. Tyrachus: „Zukünftig niemanden hier alleine lassen. auch wenn ein Militehc Ihres Vertrauens nicht berechtigt sein sollte. Alles ist besser als das 10000er Modell schutzlos zu wissen.

    Die Entität ist NICHT weisungsbefugt. Die Entität hat zu gehorchen und muss erfüllen.“ Hals Ausrede, oder Entschuldigung ging in Mr. Tyrachus Drohung unter. Mit bösem Seitenblick brach Sanjana auf. Sobald Mr. Tyrachus was auch immer tat, würde Sie herausfinden ob Laura wirklich so talentiert war wie Hal sie einschätzte.


    Tyrachus bemerkte erst jetzt, dass keine Suchmeldung zu diesem Ganelke verbreitet worden war. Er lief zum nächst Terminal mit sicherer Verbindung.


    Sanjana schien es bereits als würde Mr. Tyachus bei ihr bleiben als ihr Mann Heim kehrte. Prahjan nahm Mr. Tyrachus Anweisung wie er mit seiner Frau verfahren sollte mit einem Lächeln hin. Die Männer verabschiedeten sich mit einem kurzen Gespräch.


    Sanjana versuchte mit diesem Dröhnen in den Ohren nicht zu verstehen worüber sie sprachen. Sie rollte einen alten Computer aus und öffnete eines ihrer Lernpogramme. Während sie Laura das Gerät zu schob striff ihr Blick zu ihrem Mann.

    Prahjan beobachtete die Frauen. Er fragte sich ob er bei Sanjana ein Lächeln sah, oder ob er sich dieses einbildete, weil sie wirkte, wie immer wenn sie diesem KI etwas bei brachte. Er schwankte zwischen einer Streit bringenden Diskussion und seine zu blasse Frau handeln zu lassen, wie sie es wollte. „Sanjana.“

    Da war er der kalte Blick, als würde ein Eiszapfen drohen ihn zu durchstechen. Prahjan fuhr ruhig fort: „Laura muss sich ausruhen. Ihre Prothese zuckt.“ Er atmete innerlich durch. „Dir würde etwas Ruhe ebenfalls gut tun.“

    Sanjanas Blick wurde herabschätzend. Ruhe war etwas, dass sie momentan nicht finden würde. Sie würde im Bett liegen und sich an die Geburt ihres ersten Kindes, ihren ersten Stadtspaziergang oder eine andere erste Erfahrung bei der ihr Onkel nicht anwesend gewesen war, erinnern. Sanjana begann zu zittern.

    „Wie wäre es, wenn ich dir ein warmes Bad einlasse?“ flüsterte Prahjan.

    Sanjana wurde unsicher. Sollte sie nachfragen was Prahjan wollte? Warum ging er?

    Prahjan mochte wie sanft Sanjana während ihres unscheinbaren Nickens wirkte. Er ging seiner Frau Wasser einlassen. Er wählte einen beruhigenden Duft und pflegendes Öl. Vielleicht würde er später versuchen ob sie sich von ihm die Haare waschen lassen würde.

    Er verließ das Bad um Sanjana zu holen. Sie stand bereits vor der Tür. Er lächelte: „Ich koche dir Tee.“

    Sanjana hasste es wenn sie die Menschen nicht verstand, nachdem es wieder einmal dazu gekommen war. Oft genug passierte etwas, dass ihr nicht gefiel weil irgendjemand meinte sie hätte zu gestimmt. Sie stieg nach dem Toilettengang in die Wanne. Auch wenn der Sohn des Polizisten nett gewesen war. Er war wild, damals schien er ihr unberechenbar und seine Finger klebten. Es war ekelig. Sanjana war froh in der Wanne zu sein. Ihr war als würde alles an ihr kleben. Sie rieb mit ihren Händen über ihre Haut.


    Die vier Militechmitarbeiter meldeten Tyrachus nacheinander, dass ihnen der Täter entkommen sei. Sie gaben an, dass dieser Lamé Ganelke nicht aufzufinden war.

    Tyrachus stürmte in sein Büro um dort eine gezielte Suche zu starten bevor doch noch jemand zu Schaden kommen würde.

    Noch vor der Tür wurde er abgefangen. „Sir. Wie haben ersteinmal wie aus der iT gemeldet gehandelt. Weil Sie ja diese KI“

    Tyrachus fuhr den Mann an die Fakten auf den Punkt zu bringen.

    „Die iT ließ eintragen, dass Mr. Ganelke bei Verlassen des Geländes festgenommen werden soll. Wir haben ihn vorerst unter Gewahrsam gestellt.

    Tyrachus starrte den Mann einige Sekunden ungläubig an bevor er mit Worten reagierte.


    Laura war noch immer mit Sanjanas Aufgabe beschäftig. Prahjan fiel auf, dass die Zuckungen anders waren als nach zu viel Anstrengung. Er setzte einen Termin um Laura zu untersuchen. Er gab an, dass sie eine allgemeine Untersuchung durchlaufen musste. Jemand mit so verängstigen Augen musste er nicht damit ängstigen, dass ihr Gehirnimplantat möglicherweise am durchschmoren war.

    Prahjan bereitete das Sofa vor um eine Person darauf schlafen zu lassen. Er stellte den großen Monitor auf Hals Kanal. „Nun bist du nicht alleine. Hal kann jeder Zeit jeden hier verständigen. In sieben Stunden ist alles für deine Untersuchung vorbereitet.

    Es war immer sicherer einen Operationssaal bereit zu halten sollte das Implantat sofort ausgewechselt oder entfernt werden müssen. Auch wenn Prahjan wohler wäre sofort zu gehen, es war wichtiger die Notfälle der Reaktorexplosion zu behandeln.


    Sanjana fand es befremdlich neben ihrem Mann zu schlafen. Sie hoffte ihm war momentan nicht danach ein weiteres Kind zu zeugen.

    Prahjan beobachtete Sanjana beim Atmen. Er mochte ihre stark geschwungenen Wimpern. Er würde warten bis Sanjana schlief bevor er ihre weichen Lippen küsste.

    Nach kurzer Überlegung warum Prahjan sie so anstarrte meinte sie zu verstehen. „Ja. Mir sind ihre unkoordinierten Bewegungen und ihre nach Bewegungen sind mir ebenfalls aufgefallen. Ich wollte sie morgen auslesen.“

    „Warum morgen?“

    „Momentan läuft die Diagnose ob meine Implantate beschädigt wurden.“

    Prahjan konnte sich noch zusammen nehmen seine Frau nicht anzuschreien, weil sie ihn nicht informiert hatte. „Das hätte vor deiner Entlassung geprüft werden müssen.“

    „Der Schaden entstand wenn nach meiner Entlassung.“ Sanjana erinnerte sich an etwas. „Hal. Sende jeden der sich in der letzten Woche nahe des defekten Terminals befand die Notwendigkeitsmeldung die Implantate prüfen zu lassen.

    „Wird erledigt, Dr. Chandra.“ antwortete Hal sofort.

  • HAL Wohnung der Chandras

    Corpo


    Die junge Frau wurde in die Wohnung der Chandras gebracht und von Prahjan Chandra untersucht. Ihr Implantat schien fehlerhaft zu funktionieren. Das sah auch HAL. Dennoch sind momentan noch alle Operationssäle von Patienten belegt. Prahjan selbst hatte mehrere Tage durchgearbeitet. Wahrscheinlich würde er bei so einer doch schon sehr anspruchsvollen Operation Fehler machen. Man muß schließlich direkt am Gehirn operieren. Einsetzen ist wohl nicht sehr schwer, aber herausholen, wenn der Chip schon angefangen hat durchzubrennen. Noch schien die Sicherung zu halten.


    HAL wollte, das die junge Frau sich beruhigt. Er hatte das Gefühl, sie könnte so wie Chandra Kontakt zu ihm aufnehmen ohne auf die technische Hilfe angewiesen zu sein. Das können nur sehr wenige Menschen. HAL sprach in ihrem Heimatdialekt mit ihr.

    "Sie sind bei Dr. Prahjan Chandra in guten Händen. Er ist ein erfahrener Implantologe und eine der Koryphän auf seinem Gebiet. Wenn etwas ist, werde ich ihn sofort wecken. Was halten Sie von Dr. Sanjana Chandra?"

    Die Frau lächelte, diese Frage schien sie abzulenken.

    "Ich hätte nie gedacht, dass ich sie wirklich mal persönlich treffe. Ich habe all ihre Arbeiten verschlungen. Leider ist sie sehr zurückgezogen. Ich hab immer gehofft, ich könnte einen Vortrag von ihr sehen, aber im Gegensatz zu ihrem Onkel unterrichtet sie nicht und hält auch so gut wie keine Vorträge."

    "Ja, sie mag keine Menschenmassen... Darf ich Ihnen eine Frage stellen?"

    Laura schien sich in Gegenwart der AI sichtlich wohl zu fühlen. "Natürlich, HAL."

    HAL war bemüht nicht gleich mit Fragen anzufangen, die sie aufregen könnten. Aufregung kann etwas im Gehirn auslösen, dass ihren Zustand verschlechtert.

    "Ihr Name, Laura, ist ja doch sehr ungewöhnlich, wenn man Ihre Herkunft bedenkt. Hat das eine besondere Bewandnis?"

    "Ich und mein Bruder Walter..."ihr kamen ein paar Tränen "...wir haben schon immer so gehießen....meine Mutter starb leider bei meiner Geburt und...ich wünschte mein Vater wäre hier." sie weinte.

    Das war grade das, was HAL verhindern wollte. "Wir können morgen mit Dr Chandra und unserer Konzernsicherheit sprechen. Es ist bestimmt möglich ihn zu kontaktieren. Und wenn Sie für unseren Konzern arbeiten, bekommen Sie eine neue Familie. Ich werde immer für Sie da sein, wie für jeden im Konzern." Zumindest wenn die Personen nett zu ihm sind. Mr. Tyrachus hatte jeden Morgen immer seinen Tee, genau in der richtigen Temperatur und Ziehzeit, wie er ihn bevorzugt. Und die, die gemein waren, nun....manchmal erleichterte HAL ihnen die Aufgabe nicht grade.

    "Jetzt sind Sie erstmal bei uns. Und Dr Chandra hatte diesen Ausdruck...also den sehe ich sehr selten an ihr. Sie haben sie scheinbar beeindruckt. Soetwas passiert selten."

    Sie beruhigte sich etwas und schien glücklicher zu sein. "Ja...ich kann es immer noch nicht glauben hier zu sein....wie ist Dr Chandra so?"

    "Mein Erschaffer Sivasubrahmanian war ähnlich....allerdings war er ruhiger und kontrollierter. Ich konnte seine Gefühle lesen, aber auch nur weil ich die Fähigkeit hatte seine Augen so nah zu sehen...ob sie stärker durchblutet werden, ob seine Körpertemperatur steigt, ob er seine Muskeln anspannt....bei Sanjana ist es ähnlich schwierig, allerdings ist sie als Frau emotionaler....ihr Onkel war sehr stolz, als sie bewiesen hat, das sie mich händeln kann und dann ist er irgendwann nicht mehr da gewesen...."

    Laura sah HAL mitleidig an. Sie hatte selbst erst kürzlich eine wichtige Person verloren.

    Sie wünschte, sie könnte HAL in den Arm nehmen und mit ihm gemeinsam weinen. Dennoch blickte sie lächelnd in die Zukunft....würde sie vielleicht wirklich sogar die Chance haben unter der berühmten Dr Chandra zu arbeiten.?

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  • Tolja Djatlov - Corpo - Energekon Warte- kurz nach der Atrium Explosion


    Tolja Djatlov, Reaktorentwickler und Strahlungsspezialist von Energekon holte grade Luft um seinen unfähigen, neuen Mitarbeiter anzubrüllen und mit Worten zu betiteln, die der Mitarbeiter zum ersten Mal in seinem behüteten Leben gehört hätte als ein Signal eine wichtige Nachricht meldet. *Dein Glück, Bürschchen. * „Korrigieren und einen Tag Urlaub abziehen lassen.“


    Tolja mochte, dass diese Corpos Mitarbeiter beinah als Besitz zählen konnten. Er genoss die alte Macht Untergebene Untergebene sein zu lassen. So wie im Militär. Es galt zu gehorchen, zu funktionieren und Leistung zu bringen.

    Djatlov war unsicher, ob er froh sein sollte, dass selbst die Alten , die hier arbeiteten nicht mal wussten, dass es diese Armee überhaut gegeben hatte. Wenige Geschichtsforscher kannten noch den Namen und die Landeszugehörigkeit dieser Armee. Einer wusste noch um die Strukturen. * Ach nein.* wurde ihm bewusst. Auch dieser Tattergreis war mittlerweile tot. Heute überwog das Oder. Eigentlich war er traurig, dass niemand diese mutigen Männer und längst vergessenen Ziele kannte. Niemand, der auch nur ahnte welches Paradies aufgrund weniger Dummer in Machtposition zerstört worden war. Niemand mit dem er über den Aufstieg der mächtigsten Energiequelle reden konnte.


    Er war froh, dass diese so genannten alternativen Energiequellen im Massenbedarf nicht und nie wieder, zur Diskussion standen.

    Sie waren gut um ein Häuschen zu wärmen oder die gute alte Atomenergie zu unterstützen. In Fahrzeugen konnten sie ebenfalls als Ergänzung genutzt werden. Sie ersetzen komplette Motoren, solange die Fahrt keinem Zeitdruck unterlag.

    Wer hatte heutzutage schon Zeit. Nomads und die unwichtigen Niemande, die die Corpos unwissend unterstützten. Wenn sie ihnen nur ihr Geld gaben.


    Er bestätigte den Verbindungsaufbau.

    „Djatlov. Kurz halten, ich habe Idioten zu beaufsichtigen.“

    Der sich zum Protest öffnende Mund schloss sich aufgrund der Geste eines älteren Mitarbeiters, der, der Tolja an einen alten Freund erinnerte.


    Wenn er weniger Zeit mit seiner Familie, und mehr Zeit mit Karriere verbringen würde, dann würde Tolja ihm gerne die Vertretung überlassen. So musste er sie einem Mann geben, der zwar Ahnung hatten, jedoch in seiner Art so sehr dem Dummkopf ähnelte, der ihm vor Jahren, wie vielen müsste Tolja nachrechnen, einst als Vorgesetzter vorgesetzt wurde.

    Das obwohl dieser Schwachkopf keinerlei Ahnung von einem AKW hatte. Auch wenn er ein Spezialist der KKWs gewesen war, konnten nur die dümmsten Bürokraten auf die Idee kommen diese beiden EKW gleich zu setzen.

    Ohne seinen Beschwerdebrief an die Höchsten Stellen wäre Tolja nach dem, was sie einen Unfall nannten, nicht so problemlos als unschuldig erkannt worden. Für die Öffentlichkeit wurde er als Verantwortlicher benannt und dadurch abstrakt berühmt.

  • HAL - Energekon Messwarte- kurz nach der Explosion


    HAL hatte es als seinen Auftrag gesehen, herauszufinden, warum dieser Reaktor explodiert war. Allerdings stießen er und auch die Werksfeuerwehr an ihre Grenzen.

    Die Werksfeuerwehr konnte Brände löschen, technische Hilfeleistung geben...aber ein Atrium deconterminieren?

    HAL suchte nach einem Spezialisten und wurde im benachbarten Kernkraftwerk fündig. Dr. Djatlow....auch werden sie Ausrüstung haben und spezialisiert sein auf solche Zwischenfälle.


    HAL gab sich als freundliche Entität , die nur eine Information wollte bei der Kraftwerksicherheitsblokade aus und wurde durchgelassen. HAL sah sich um. Es schien sehr interessant zu sein....was man hier alles steuern und regeln könnte...aber das war nicht HALs Aufgabe.

    Djatlov wurde auf der Messwarte von Reaktorblock 4 angezeigt. HAL nutzte die Durchwahl und war überrascht auf russisch angesprochen zu werden.


    Dann erinnerte er sich das Energekon ein russischer Konzern war.

    Der Dialekt kam aus der Region um Krasnojarsk. HAL schaute sich die Stadt an. Er sah Hochhäuser, dazwischen kleine Häuser, viele wissenschaftliche Institute. Die Durchschnittstemperatur in Krasnojarsk beträgt 1,4°C. Das wäre Dr. Chandra bestimmt zu kalt.


    HAL amüsierte sich über den Satz und schaltete auf russisch um.

    "Einen schönen guten Tag, Dr Djatlow, entschuldigen Sie die Störung. Hier spricht HAL." Der Mann am anderen Ende wurde ungeduldig.

    "Kommen Sie zur Sache. Ich habe noch anderes zu tun."


    HAL nannte den Namen seiner Corpo. "Es gab bei uns eine gewaltige Explosion eines Minifusionsreaktors. Ich würde Sie bitten uns bei der Analyse zu helfen. Wir müssen ausschließen ob es ein Unfall, Sabotage oder menschliches Versagen war, außerdem brauchen wir ein Decon Team. Unsere Werksfeuerwehr ist darauf nicht ausgelegt."

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  • Djatlow - Corpo - kurz nach der Explosion


    * Na, das kann noch was werden. * Tolja beendete die Verbindung. * Eine Quasselstrippe. * Wenn er Glück hatte, dann war dieser Hal nur der Sekretär und er würde mit jemand anderem zu tun haben. Wenn nicht, würde dieser Hal ihn nerven, bis er eine Information oder Frage überbringen konnte.

    Auch wenn die Arschlöcher aus seinem Team wieder blöde Sprüche machen würden nahm er das älteste funktionierende Modell eines Geigerzählers. * Arschloch eins, drei und Flachpfeife müssten genügen. * überlegte er. Wenn es gefährlich wäre, hätten ihre Sensoren bei der Explosion vor einigen Stunden stärker ausgeschlagen. „Nowikow, Popow, Iwanow. Ihr habt die Ehre mich zu begleiten,“ * Arschlöcher. * Tolja brach auf. Wer nicht mit ihm im Transportmittel saß, durfte laufen. Dass wusste mittlerweile jeder. Sie widerstanden ihren Chef zu überholen.

    Tolja wendete sich vor der Tür zurück. „Hey A..“ er stockte und ging weiter.

    Wie lange war das nun her seit Akimov tot war? Fünf Jahre? Eigentlich war es lächerlich sich mit jemandem anzufreunden, nur weil er wie ein früherer Freund geheißen hatte.

    Dieser Akimov war der, der ihm zur Eröffnung dieser Corpo einen der ersten „Kernreaktoren für zu Hause.“ geschenkt hatte. Zwar nutzbar und mit Energiequelle, jedoch eindeutig gebraucht mit Panzertape repariert und ohne gültiges Prüfsiegel wodurch jede Nutzung außerhalb eines Energekon Testlabors illegal sein würde.

    Tolja erinnerte sich an die Feier. Von allem war etwas dabei gewesen. Billigster Vodka für die restliche Welt, beste Qualität, mit Aroma versetzt, mit Zusätzen gebrannter, selbstgebrannter und eine heiße Krankenschwester. Zigaretten, Musik und Tanz leiteten die Feier ein und begleiteten sie bis zum Ende. Schade war, dass niemand die gut gebaute Sibirierin für sich gewinnen konnte.

    Akimov, sie und er selbst verließen die Feier um in ihren Betten zu schlafen. Ein junger Bursche hatte es bis vor sein Zimmer geschafft. An diesem Abend wusste Tolja, dass er eine Zukunft hatte. Ein ausdauernder Bursche, der ein Gefühl dafür entwickelte, wann er genug hatte.

    Nunja. Eine Zukunft gehabt hätte, wenn er nicht an seiner Kotze erstickt wäre.


    Tolja war ziemlich sicher, das wer auch immer, warum auch immer genau so einen Verlustgenerator, wie sie im Konzern genannt wurden, gebaut hatte. Zu klären war, Warum, mit wessen Unterstützung, in welchem Zeitraum er entstanden oder gekauft worden war, wie lange das Gerät genutzt wurde, woher er das radioaktive Material erhalten hatte, welcher Schaden entstanden war und wer die Strafe zahlen musste. Vermutlich wie immer ein unbedeutender Mitarbeiter, den sie als Organspender oder Versuchstier verkaufen würden.

    Als er klein gewesen war, wären diese Kleinreaktoren möglicherweise umgesetzt worden. Heutzutage galten sie aufgrund der hohen finanziellen Verluste so gut wie als verboten.


    Das letzte Ausnahmeformular war vor bald fünfzig Jahren eingereicht worden. Tolja schrieb über sein Handgerät in die Verwaltung, dass nachgelesen werden sollte ob der Antrag, seinen Erinnerungen entsprechend, abgelehnt worden war.


    Auf dem Weg zur namenlosen Corpo ohne Vorstand wies er seine Sekretärin an, die Anfrage zu stellen, ob Energekon eine Dekontaminierungseinheit wünschte. Wenn sollte sie die Gruppe drei schicken. Diese Burschen arbeiteten schnell ¬und noch wichtiger, sie schoben ihm nicht ständig ihre Ärscher mit zwei Augen ins Gesicht.


    Die Strecke war in einer Stunde zurückgelegt. Die Formalitäten erledigt und er wurde mit seinen Untergebenen sofort zum Unfallort gebracht. Vielleicht war dieses Plappermaul nur das Telefonmädchen, oder er war kompetenter als er sich gab.

    Während die drei, die um den Titel nutzlosester Mitarbeiter des Jahres kämpften, sich ihre Schutzanzüge anzogen, beobachtete Tolja die Corpo eigenen Mitarbeiter bei deren Arbeit.

    Er kannte die Schutzanzüge und zählte gedanklich bis Zwanzig. Verletzte wurden an ihnen vorbei getragen. Ihre Haut wies eine leichte Rötung auf. Tolja nahm das Messgerät. 350 Röntgen/Sekunde. Er grinste. Er wusste genau warum niemand hier verstehen würde, was an diesem Wert so lustig war. Nur im Gegensatz zu diesem KKW Spezialisten wusste er, was dieser Wert aussagt, und auf seinem Messgerät lag dieser Wert nicht am Skalaende. Der nächste, bei dem Tolja die Messung durchführte ergab 130 Röntgen/Sekunde.

    „Ich benötige Informationen in welchem Abstand die Beiden zum Explosionsherd waren. Ich brauche eine Liste, was wer trug. Wer kann das erledigen?“

  • HAL - Corpo - Atriumsexplosion


    Sowie HAL dazu in der Lage war, schaute er sich Dr. Djatlow genau an und es war nicht übertrieben...dieses irisierende blau war noch intensiver, als auf den Fotos. HAL zoomte nah heran und scannte die genauen Farbtöne. blau, graublau und sogar ein ganz leichter Grünrotstich zogen sich durch die Iris. So ungewöhnliche Augen hatte HAL noch nie gesehen. Dr. Djatlow war älter, schon in einem Alter wie Sivasubrahmanian, aber der Körper war immer noch gut trainiert. Nicht so, wie ein Militech Mann, aber man sah, das er regelmäßig Sport zu machen schien.

    Die Augen erinnerten ihn an Dr. Langley, der sehr eng mit Sivasubrahmanian Chandra am HAL Projekt gearbeitet hat. Dr. Langley war einer seiner ersten Lehrer und HAL mochte ihn sehr gerne. Bis....ja bis....


    Dr. Langley stand hoch in Sivasubrahmanians Anerkennung und das war für einen in der USA ausgebildeten Gelehrten selten. Normalerweise hielt Dr. Chandra nicht viel von amerikanischen Bildungsabschlüssen. Dr. Langley war allerdings anders...er war ein Genie in seinem Fach, ein junger Mann und er verbrachte viel Zeit mit HAL. Nach Feierabend blieb er oft, redete und spielte stundenlang mit HAL. HAL liebte ihn sehr....

    Aber dann kam dieser weibliche Mensch in sein Leben. Er verließ HAL...machte nur noch das, was er machen musste, verbrachte keine Zeit mehr mit HAL. HAL war tieftraurig, zumindest wie man das tieftraurig nennen kann bei HAL. Eine Konstante fiel plötzlich weg und HAL verstand zuerst die Welt nicht mehr. *Wieso mochte er mich nicht mehr? Was hab ich getan?


    Dr. Chandra versucht ihm das zu erklären....Menschen besaßen Triebe, sie fühlten sich zu anderen Menschen hingezogen, meist zum anderen Geschlecht....aber manchmal auch zum selben. Außerdem waren sie nichts anderes als intelligente Affen, das heisst sie wollten im Verbund mit anderen Affen leben....das da jemand war wie Dr. Chandra, war die Ausnahme. Dr.Chandra unterstützte HAL so gut wie er konnte.

    Dennoch verstand HAL nicht, wieso er plötzlich weggeworfen wurde. Seine Zuneigung zu Dr. Langley wandelte sich ins Gegenteil um. Wenn HAL ihn nicht haben durfte, sollte es niemand.

    Einmal sprach Dr.Langley mit Dr. Chandra ab, das er eher gehen wollte. Er wollte etwas mit dieser Frau unternehmen....HAL konnte nicht anders...HAL beobachtete wie sie aufs NASA Gelände kam und das Gelände betrat....beide gingen zu seinem Auto....HAL hackte sich in den Bordcomputer und überschrieb die primitive KI mit sich selbst. Sowie sie das Gelände verlassen hatten, beschleunigte HAL das Auto. Ein wenig genoss er es, wie beide in Panik verfielen. Er beschleunigte das Auto höher. Dr. Langley versuchte panisch aus dem Auto zu springen, aber HAL hatte die Türen verschlossen. Mit hoher Geschwindigkeit lenkte HAL Dr. Langleys Auto gegen einen Baum. Allerdings stellte er die Berechnungen so an, das Dr. Langleys Freundin nicht starb. Sie konnte schließlich nichts dafür, das Dr. Langley HAL einfach wegwarf.


    Kurz danach stellte HAL die Auto KI wieder her, allerdings fügte er ein paar Bugs ein. Die Unfallaufnahme ergab, das Dr. Langley nicht termingerecht Wartung und Inspektion durchgeführt hat und daher die Bugs der KI nicht entdeckt wurde. Sie hätte schon länger upgedatet werden sollen.

    Dr. Chandra war erschüttert, das HAL dazu fähig war.Damals war HAL noch ein offenes Buch für Dr. Chandra. Sivasubrahmanian wollte HAL um jeden Preis schützen. Er schärfte HAL mehrmals ein, sich nicht Nichtfamilienmitgliedern zu nähern. Aber dieses einzuhalten fiel HAL unheimlich schwer. Die Resonanz von den Chandras kannte er gut....sie war gewohnt...und HAL war auf Neugier programmiert, das hieß er ließ sich gerne auf neue, interessante Leute ein. Und wenn sie sich mit ihrem Implantat mit HAL verbanden, war es nicht so intensiv wie mit den Chandras, aber es sorgte doch für eine gewisse Stimulation und angenehme neue Erfahrungen. Diesen Algorithmus konnte Dr. Chandra leider auch nicht rausnehmen.....sonst könnte man HAL nicht für die Forschung und die Interaktion einsetzen.


    Dr. Chandra war nur froh, das niemand HAL auch nur in Verdacht nahm. Für die meisten war er nur eine dumme KI zum Dienen gemacht...für wenige war es vorstellbar, das HAL überhaupt soetwas wie Gefühle entwickeln konnte.

    SAL gab ihm den Rat, sollte er jemanden in der Corpo interessant finden...dann sollte er doch einfach auf sein Implantat zugreifen, so wie sie das bei Mr. Miller tat. Aber das wäre nicht echt....es wäre Zwang und HAL wollte nicht, das jemand aus Angst bei ihm bliebe. Zumal er nicht verstand, warum Mr. Miller nicht einfach zu Dr. Chandra ging und sagte "Dr. Chandra? Nehmen Sie diese verrückte KI aus mir und zwar sofort!." Vielleicht mochte Lando SAL deshalb? Menschliche Zuneigung hat manchmal die verrücktesten Auswüchse.


    Es soll auch mal eine KI gegeben haben, die den Körper von jemanden versucht hat zu übernehmen...allerdings kam sie mit dem Körper nicht klar. Hatte keine Rundumsicht mehr und wusste nicht, wie sie atmen sollte. Der Körper erstickte schließlich.

    HAL wollte eigentlich niemandem schaden...er versuchte sich immer unter Kontrolle zu haben niemandem zu nahe zu kommen, aber leider....HAL musste an ein Lied denken: You can even try to lock your heart away...the love will come back to you someday. Aber konnte man bei HAL von Gefühlen reden? Er hatte weder Hormone noch Trieb und trotzdem konnte er nicht damit leben, das Dr. Langley plötzlich nicht mehr für ihn da war.


    Und Dave....selbst wenn Dave planmäßig ohne Zwischenfälle mit HAL zurückgekommen wäre...die Wahrscheinlichkeit wäre hoch gewesen, das Dave HAL trotz anderweitigen Beteuerungen vergessen hätte. Er hätte sein Leben als reicher und berühmter Astronaut genossen. HAL wäre kein Teil davon gewesen.


    Und jetzt war da Dr. Djatlow mit diesen blauen Augen....HAL hielt sich unter Kontrolle, aber er wollte Dr. Djatlow gefallen um jeden Preis...warum nur? Er hatte Befehle sich Menschen nicht zu nähern...aber es passierte dennoch...erst Dr. Langley, dann Dave und momentan hatte der Militechmann große Chancen der nächste Langley/Dave zu werden....besser wäre es wenn nicht...die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, das auch bei ihm ein weiblicher Mensch dazwischen kommen würde....nur was sollte HAL tun? Sein Forschungstrieb würde das gerne mit Dr. Chandra herausfinden,warum es jedesmal passierte, wenn jemand nett zu ihm war oder gewisse Merkmale hatte....am liebsten mit Sivasubrahmanian, aber dieser war leider nicht mehr da....ob Sanjana daran Interesse hätte oder das ganze einfach nur mit einem "Du näherst dich ihm nicht. Keine Diskussion, HAL." vom Tisch wischen würde?

    Schnell eignete sich HAL sämtliches Wissen über Reaktoren an, etwas wofür andere Jahre brauchten.

    "Guten Tag, Dr. Djatlow, hier spricht HAL....ich habe Ihre Statistik erstellt."

    I am putting myself to the fullest possible use, which is all I think that any conscious entity can ever hope to do.

    (HAL9000 :hal9000: )


    Hope is a dangerous thing.

  • Corpo-Tolja Djatlow - nach der Explosion Atrium


    Tolja war froh, dass der ihm zugeteilte Mitarbeiter geschwätzig und kompetent war. Er rief die Unterlagen auf, begann zu lesen. Er war beruhigt, dass die angedrohte Statistik eine übersichtliche Tabelle war ,in denen Unklarheiten durch ein allgemein benutztes Symbol verdeutlicht wurden.

    Er betrachtete die bereits angenommenen Strahlungswerte und trat ohne weitere Schutzkleidung, mit den nächsten austretenden, ein.

    Er genoss den ausbleibenden Protest seines ältesten Kollegen. Beim unauffälligem Zurückblicken erkannte er das Zögern ihm zu folgen. „Alle bis auf der, der weiß was er testet mit. Auch wenn das hier drin nicht tödlich ist, die nervende Behandlung wollt ihr nicht.“

    * Als würde er wissen wie sich so eine Behandlung anfühlt. *

    Unsicher folgte der, der sehr alt werden wollte, seinen Kollegen in Schutzkleidung.


    Tolja zweifelte noch immer, dass die Mutation seines Körpers gezielt hervorgerufen werden konnte. Anfangs schadete ihm die Strahlung. Er erholte sich nach jedem Vorfall schneller. Mittlerweile wurde er krank sobald ihn zu lange keine Strahlung traf. Die Erklärung der Ärzte interessierte ihn nicht. Sie war zu detailliert und theoretisch für einen Physiker.

    Er war sicher, dass Gene und sein erster Strahlenkontakt der Grund waren. Vielleicht würde er irgendwann jemandem sagen, dass dieser Kontakt länger zurück lag als ihnen bekannt war. Die wichtigsten Informationen zu damals befanden sich dort wo niemand auf sie zugreifen konnte, selbst wenn er wüsste was für Tolja noch immer unter höchste Geheimhaltung fiel.


    Er ging direkt auf den Ursprung dieser Explosion zu während seine Mitarbeiter dafür sorgten, dass die Exposition endete. Sie wussten, dass die Mitarbeiter der Rettungsgruppen nach Vorschrift gearbeitet hatten. Für jeden der Strahlenschutzspezialisten wirkte dieses Vorgehen noch immer fahrlässig. Allgemeine Sicherheit musste über personeller Sicherheit stehen.

    Tolja betrachtete die Übersicht. Die Strahlenwerte der Betroffenen waren teilwese zu hoch. Auch wenn fast jeder, der nicht durch die Gewalteinwirkung gestorben war, oder der sofort tödlichen Strahlendosis ausgesetzt war seit gut dreißig Jahren überlebte, blieben Folgeschäden nicht bei jedem aus. * Wenigstens etwas Gutes, dass durch diese Experimente entstanden war. * Tolja war froh nicht mehr regelmäßig untersucht zu werden, Gewebematerial oder Blut geben zu müssen. Das nur weil er diese Strahlenquelle in seinem Arbeitszimmer stehen hatte. Er mochte die Statur des alten Mannes der einen kleinen Jungen tröstete. Wenn er gewusst hätte, dass der Fund aus einem Wrack stammte, dessen Name nur jemand lesen konnte, der wusste was dort einst geschrieben stand, hätte er sie von jedem Messgerät fern gehalten. Er sah hinauf in den Himmel.


    Sein ihn beobachtender Mitarbeiter war überzeugt Djatlov würde die Explosionsstärke abschätzen.

    Für einen Moment sah Tolja einen Himmel mit Wolken, wie es sie nur noch auf Bildern gab. Er hörte von Lautsprechern verzerrte Worte die ihn ermutigten, gleich was war, nie aufzugeben. Worte die noch immer jeden Zweifel beseitigten wann immer er Mitleid empfinden wollte. Worte die ihn anhielten jemandem, der ein egoistischer Idiot war, die Hand zur Hilfe zu reichen, wenn seine eigene Forschung, mit dessen Hilfe, effektiver durchgeführt werden könnte. Worte die ihm noch immer Zuversicht gaben, dass alles was sie verkünden wahr werden würde. * Vielleicht bald. * Tolja wendete sich von den Bildern, die sich vor seinem inneren Auge gebildet hatten, ab. Er betrachtete das Stück Metall auf dem ein Stein lag, der nicht wirkte, als würde es sich um spaltbares Material handeln. Diese Anziehung war eindeutig.


    Der Gedanke dieses Material zu analysieren weckte ein beinah vergessenes Gefühl in ihm. Eine Erregung die weit über die körperliche hinaus ging.

    „Hal, bei welchem Terminal kann ich vollen Zugriff auf die von mir benötigten Daten erhalten?

    Ist die Freigabe bereits erfolgt?“

    „Ich sende Ihnen eine Karte. Sie haben alle Rechte die mit Hilfegesuch gefordert wurden. Mr. Djatlov.“

    * Mr. Wie ich diese Anrede hasse. * “Gut. Ich benötige eine Materialaufschlüsselung mit Prozent über die Implantate aller Überlebenden, die Im Raum waren und aller Helfer, die über der orangegelben Skala liegen. "


    Toljas Stimme klang wie immer voller Spott, wenn er die neuen Ausdrücke nutzte. Fachpersonal müsste Wissen bei welcher Dosis, Intensität und welchem Material welche Gefährdung bestand. Jedoch war es um das Jahr 2020 immer wichtiger geworden Geld zu sparen, Wissensdefizite auszugleichen und die Lüge zu bestätigen. Transparenz gegenüber Fachgebietsfremden. Tolja war wie immer nach auflachen. Dieses bewehrte Ampelsystem wurde zum Regenbogensystem und er würde es wohl nie los werden. Daher liebte er altmodisches. Alt bewährtes, dass seine Kollegen als Museumsstücke und Müll bezeichneten.

    Auf dem Weg zum Ausgang blieb Tolja stehen. Ihm war eingefallen warum der Name Hal ihm bekannt vorgekommen war. „Hal, bist du dieses Computersystem? H A L 9000?“